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Websites gefälscht

Zwei Jahre nach der US-Präsidentschaftswahl von 2016 schlagen russische Hacker offenbar wieder in den USA zu. Dieses Mal traf es konservative Denkfabriken, die Präsident Donald Trump kritisch gegenüberstehen, für Sanktionen gegenüber Moskau eintreten und die Verletzung von Menschenrechten anprangern. Das geht aus einem Bericht des US-Tech-Riesen Microsoft hervor, über den die „New York Times“ am Dienstag berichtete.

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Wie das US-Medium schreibt, entdeckte das Softwareunternehmen etliche gefälschte Websites, die in den vergangenen Wochen von Hackern mit Verbindungen zu russischen Geheimdiensten angelegt worden sein sollen. Die betrügerischen Websites hätten wie jene von US-Thinktanks ausgesehen, die Nutzerinnen und Nutzer aber heimlich auf andere Seiten weiterleiteten. Ziel war, so Microsoft in seinem Blog, Passwörter und sensible Informationen zu stehlen. Fachleute nennen dieses Vorgehen gemeinhin Phishing.

US-Präsident Donald Trump

AP/Carolyn Kaster

US-Organisationen, die Kritik an der Politik von US-Präsident Trump übten, wurden offenbar Opfer von Hackerangriffen

Laut Microsoft konnten die Angriffsversuche aber unterbunden werden. Microsoft habe die Kontrolle über sechs Internetdomains übernommen, teilte das Unternehmen mit. Die Hacker hätten zu einer unter den Namen Strontium, Fancy Bear und auch APT28 bekannten Gruppe gehört. Es gebe keine Hinweise, dass die auf die Passwörter von Nutzern ausgerichteten Angriffe erfolgreich gewesen seien.

„Im Einklang mit Einmischungskampagne“

Betroffen von der Attacke seien unter anderem Angebote des US-Senats (nicht speziell Büros des Senats), des Hudson-Instituts und des International Republican Institute gewesen. Viele Präsidiumsmitglieder der amerikanischen Organisationen hatten sich öffentlich gegen Trump und dessen Russland-Politik gestellt. Darunter sind etwa der Senator John McCain, der ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und der im März von Trump geschasste Sicherheitsberater H. R. McMaster.

Das betroffene International Republican Institute führt weltweit Programme zur Demokratieförderung durch. Daniel Twining, der Präsident des Instituts, sagte, dass die neue Attacke im „Einklang mit der Einmischungskampagne, die der Kreml gegen Organisationen durchgeführt hat, die Demokratie und Menschenrechte unterstützen“, stehe. Die Angriffe seien „darauf ausgerichtet, Konflikte und Angst unter denen zu säen, die das autoritäre Regime von (Russlands Präsident Wladimir, Anm.) Putin kritisieren.“

Kreml weist Anschuldigungen zurück

Russische Behörden haben den Behauptungen von Microsoft allerdings widersprochen. „Wir wissen nicht, über welche Hacker gesprochen wird“, sagte Sprecher Dimitri Peskow. Microsoft habe keine Beweise für die Anschuldigungen vorgelegt. Auch das russische Außenministerium kritisierte die Vorwürfe. „Es ist schade, dass ein großes internationales Unternehmen (...) nun auch an der umfassenden ‚Hexenjagd‘ in Washington teilnimmt“, hieß es in einer Mitteilung.

Die Nachrichtenagentur Interfax zitierte einen russischen Diplomaten, der die Vorwürfe als „politische Spiele“ von Microsoft bezeichnete. „Die Midterm-Wahlen haben noch gar nicht stattgefunden, trotzdem gibt es schon Vorwürfe“, so die Quelle. Das IT-Konzern agiere wie ein Ankläger, nicht wie ein Privatunternehmen.

Midterms als mögliche Zielscheibe

Russland steht bereits in Verdacht, sich in den Wahlkampf vor zwei Jahren eingemischt zu haben. US-Sonderermittler Robert Mueller prüft die Vorwürfe und handelt sich dabei stets Kritik von US-Präsident Trump ein. Facebook hat in diesem Zusammenhang bereits Hunderte Konten gelöscht. Russland bestreitet, sich in Wahlen eingemischt zu haben. Trotzdem gibt es von vielen Stellen Befürchtungen, dass auch die diesjährigen Midterm-Wahlen von Hackern beeinflusst werden könnten.

„Wir sehen einen Anstieg der Angriffe. Was in diesem Fall besonders ist, ist die Erweiterung der Art von Websites, nach denen sie suchen“, sagte Microsoft-Präsident Brad Smith zur „New York Times“. Die Hacker würden ihre Angriffsflächen erweitern, so Smith. Um solche Angriffe im Vorfeld der Wahlen im Herbst abzuwenden, brauche es deshalb eine verstärkte Kooperation zwischen IT-Konzernen und der US-Regierung. Bereits im vergangenen Jahr habe das Unternehmen umfassende Programme zum Austausch von Informationen eingeführt, diese seien jedoch nicht offiziell.

Microsoft kündigte in der „New York Times“ an, dass man nach den jüngsten Vorfällen die Bemühungen erweitert, um Kandidaten und Kandidatinnen, die bei den Midterms antreten, zu helfen, ausländischem Einfluss entgegenzuwirken. Das Unternehmen startet eine Initiative, die es „AccountGuard“ nennt, um den Schutz von Kandidatinnen und Kandidaten, Kampagnenbüros auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene und von Denkfabriken und politischen Organisationen zu stärken.

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