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16 Prozent mehr Überschuss

Früher oder später - spätestens aber, wenn sein Lieblingssender Fox News darüber berichtet - wird US-Präsident Donald Trump es erfahren: Die Europäische Union exportiert weltweit noch mehr als im Vergleichszeitraum davor. Insbesondere im Handel mit den USA ist der Überschuss der EU kräftig gewachsen - und das mitten im Handelskonflikt mit Trump. Anders ergeht es da Japan.

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Der Handelsüberschuss aller 28 EU-Länder mit den USA erhöhte sich im ersten Halbjahr ungeachtet der scharfen Kritik von Trump deutlich. Von Jänner bis Juni summierte er sich auf 66,9 Mrd. Euro, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Das sind 10,7 Mrd. Euro oder 16 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Grund dafür: Die Warenexporte in die weltgrößte Volkswirtschaft wuchsen um 3,9 Prozent auf 197,8 Mrd. Euro, während die Importe von dort um 2,4 Prozent auf 130,9 Mrd. Euro schrumpften.

Grafik zum EU-Außenhandel

Grafik: ORF.at; Quelle: Eurostat

US-Präsident Trump ist das Defizit seines Landes im Warenhandel mit der EU und insbesondere Deutschland ein Dorn im Auge. Die Sorge ist groß, dass er den US-Markt abschotten und damit den Welthandel bremsen könnte. Auf Stahl- und Aluminiumimporte aus den EU-Ländern wurden bereits höhere Zölle eingeführt. Trump sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker zuletzt aber zu, vorerst auf Sonderzölle auf europäische Autos zu verzichten. Stattdessen soll es nun Verhandlungen zum Abbau von Handelsbarrieren geben.

Überschuss mit USA, Defizit mit Russland

Die Warenexporte aller 28 EU-Staaten in die gesamte restliche Welt stiegen laut Eurostat allein im Juni um 8,2 Prozent gegenüber Juni 2017 auf 171,5 Mrd. Euro gestiegen, so Eurostat. Die Einfuhren aus der restlichen Welt hätten im Juni 2018 gegenüber Juni 2017 um 8,4 Prozent auf 164,6 Mrd. Euro zugelegt. Folglich habe die gesamte EU im Juni 2018 einen Überschuss von 6,9 Mrd. Euro im Warenverkehr mit der restlichen Welt gehabt.

Die Exporte der EU im ersten Halbjahr 2018 seien bei 956,8 Mrd. Euro (plus 2,5 Prozent gegenüber Jänner-Juni 2017) gelegen und die Importe bei 960,7 Mrd. (plus 2,8 Prozent gegenüber Jänner-Juni 2017). Somit sei das Handelsbilanzdefizit der EU-28 von 1,2 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2017 auf 3,9 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2018 gestiegen.

Grafik zum EU-Außenhandel

Grafik: ORF.at; Quelle: Eurostat

Bei den fünf wichtigsten Handelspartnern der EU gab es mit dreien - den USA, der Schweiz und der Türkei - im ersten Halbjahr einen Überschuss. Das größte Defizit verzeichnete die EU einmal mehr mit China (81,2 Mrd. Euro, allerdings leicht rückläufig). Am zweitgrößten ist das Defizit mit dem mit Sanktionen belegten Russland (39 Mrd. Euro, steigende Tendenz). Das liegt vor allem an den Erdöl- und Erdgasimporten und dem wieder steigenden Ölpreis.

Euro-Zone mit 100 Mrd. Überschuss

Die Euro-Zone erzielte im Warenverkehr mit der restlichen Welt im Juni einen Überschuss von 22,5 Mrd. Euro. Waren für 198,6 Mrd. Euro seien exportiert worden, ein Anstieg von 5,7 Prozent gegenüber Juni 2017 (187,9 Mrd.), gab Eurostat am Donnerstag bekannt. Die Importe aus der restlichen Welt beliefen sich auf 176,1 Mrd. Euro, um 8,6 Prozent mehr als im Juni 2017 (162,2 Mrd.).

Infolgedessen verzeichnete der Euro-Raum einen Handelsbilanzüberschuss von 100,7 Mrd. Euro im ersten Halbjahr 2018 gegenüber einem Plus von 103,7 Mrd. im Zeitraum Jänner bis Juni 2017. In Österreich betrug der Handelsbilanzsaldo zwischen Jänner und Juni 2018 minus 3,1 Mrd. Euro. Im Vergleichszeitraum 2017 lag er bei minus 3,0 Mrd. Euro.

Japanische Exporte in USA sacken ab

Deutliche Auswirkungen auf die Wirtschaft hat - anders als bei der EU - der Handelsstreit dagegen auf Japan. Dort mussten die Unternehmen im Juli einen Rückgang der Ausfuhren in die USA um 5,2 Prozent hinnehmen, wie das Finanzministerium in Tokio am Donnerstag mitteilte. Vor allem Autohersteller waren betroffen, hier betrug das Minus 12,1 Prozent.

Japan erwirtschaftet im Handel mit den USA einen Überschuss, was Trump ändern will. Er drängt Tokio deshalb zur Unterzeichnung eines bilateralen Freihandelsabkommens und droht damit, höhere Zölle auf Autoeinfuhren zu erheben. Die USA indes führten im Juli elf Prozent mehr nach Japan aus als vor Jahresfrist. Dadurch sank der japanische Handelsüberschuss mit den USA um rund 22 Prozent auf rund 503 Mrd. Yen (rund vier Mrd. Euro).

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