Themenüberblick

Bürger sollen Informationen leicht erhalten

Die EU-Kommission will Genehmigungen für Unkrautvernichter und ähnliche Mittel transparenter machen. Entsprechende Vorschläge legte die Behörde im April in Brüssel vor.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Bürger sollen in Zukunft deutlich einfacher Zugang zu relevanten Informationen etwa über mögliche Gesundheitsgefahren und Umweltbelastungen von Pestiziden erhalten. Dazu sollen sie von der Industrie an die EU-Lebensmittelbehörde EFSA übermittelte Daten unmittelbar einsehen dürfen. Andere Marktteilnehmer und die Öffentlichkeit sollen sich zudem einfacher zu von Unternehmen übermittelten Studien äußern können.

Streit über Krebsrisiko

Glyphosat war 2017 in der EU nach monatelangem Streit für weitere fünf Jahre zugelassen worden. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte Glyphosat im März 2015 als „wahrscheinlich krebserregend“ für den Menschen ein. Die EFSA und die Chemikalienagentur ECHA sahen aber keine ausreichenden Belege dafür.

Gegen Glyphosat hatte es massive Proteste gegeben. Eine europäische Bürgerinitiative hatte EU-weit mehr als eine Million Unterschriften für ein Verbot gesammelt. Die Unterzeichner forderten zudem eine Reform des Genehmigungsverfahrens für Pestizide. Diese sollten nicht auf Basis von Studien zugelassen werden dürfen, „die von der Pestizidindustrie in Auftrag gegeben wurden“, hieß es. Die Vorschläge der EU-Kommission waren eine direkte Reaktion auf die Proteste.

Links: