Pressefreiheit besonders in Europa verschlechtert

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In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Die Medien seien in Ländern wie Polen, Ungarn, der Slowakei und Tschechien zunehmend „medienfeindlicher Hetze durch Regierungen oder führende Politiker“ ausgesetzt, beklagt die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) in ihrer heute veröffentlichten Rangliste der Pressefreiheit.

Hass und Verachtung gegen Journalisten zu schüren sei „in Zeiten des Vormarschs populistischer Kräfte ein Spiel mit dem Feuer“, so ROG-Vorstandssprecherin Katja Gloger. „Leider erleben wir das zunehmend auch in Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.“ Vier der fünf Länder, deren Platzierung sich in der neuen Rangliste am stärksten verschlechtert haben, liegen in Europa: Malta, Tschechien, die Slowakei und Serbien.

Stärkster Absteiger ist Malta, das um 18 Plätze auf Rang 65 zurückfiel. Der Mord an der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia habe deutlich gemacht, wie eng in dem EU-Land das Geflecht von Politik, Justiz und Wirtschaft sei, teilte ROG mit.

Grafik zur Medienfreiheit

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Reporter ohne Grenzen

USA um zwei Ränge zurückgefallen

Im ersten Amtsjahr von US-Präsident Donald Trump haben sich auch die USA erneut um zwei Plätze auf Rang 45 verschlechtert. Trump werde nicht müde, unliebsame Medien als „lügnerisch“ zu diffamieren, und habe Journalisten als „Volksfeinde“ bezeichnet, heißt es in dem Bericht.

In der Türkei, die um zwei Plätze auf Rang 157 zurückgefallen ist, sitzen laut ROG mehr professionelle Journalisten im Gefängnis als in jedem anderen Land der Welt.

Gambia größter Aufsteiger

Der größte Aufsteiger im diesjährigen Ranking ist das westafrikanische Land Gambia, das von Platz 143 auf Platz 122 vorrückte. Seit der Abdankung des langjährigen Machthabers Yahya Jammeh im Jahr 2016 würden die Medien dort einen rasanten Aufschwung erleben, erklärte ROG.

Die 180 Staaten umfassende Rangliste wird von Norwegen, Schweden und den Niederlanden angeführt. Die letzten drei Länder sind wie schon im Vorjahr Turkmenistan, Eritrea und Nordkorea.