Faszinierender Winzling: „Der kleine Prinz“ ist 75

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Kleiner Held, große Geschichte: Heute vor 75 Jahren ist „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupery im New Yorker Verlag Reynal & Hitchcock veröffentlicht worden. Zu Lebzeiten des Autors war das Buch ein Flop. Mittlerweile hat sich das Märchen vom Prinzen, der auf seinem Planeten eine Rose und drei Vulkane besitzt, millionenfach verkauft und liegt in 110 Sprachen vor.

Frau hält das Buch "Der kleine Prinz" von Antoine de Saint-Exupery

APA/AFP/Patrick Kovarik

Der Winzling fasziniert bis heute. Vor knapp drei Jahren brachte der Regisseur Mark Osborne den kleinen Prinzen als Animationsfilm auf die Leinwand. Zuvor hatte es bereits eine animierte Fernsehserie gegeben. 2015 kam eine deutsche Neuübersetzung des Philosophen Peter Sloterdijk mit Illustrationen von Nicolas Mahler heraus.

Kein Kinderbuch

Am erfolgreichsten ist das knapp 100-seitige Werk aber nach wie vor in der klassischen Erstübersetzung von Grete und Josef Leitgeb aus dem Jahr 1950. Aus ihr stammt die berühmte Passage, die der Fuchs zum kleinen Prinzen sagt, zwei Sätze über die Freundschaft und das Leben: „Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Das Werk, das als Kinderbuch gedacht war, lesen seit Generationen Groß und Klein in unterschiedlichsten Kulturen, Religionen und Milieus. In einer zeitlosen Sprache lehrt es die Erwachsenen, die Welt mit Kinderaugen zu sehen, und die Kleinen, die Welt der Erwachsenen zu verstehen.

Anlässlich des Jubiläums kam im März eine speziell für Kinder bearbeitete Fassung der französisch-deutschen Kinderbuchillustratorin Isabel Pin heraus.

Antoine de Saint-Exupery

APA/AFP/Centro Documental de la Memoria Historica

Die Idee zum Buch kam dem Autor in einer Extremsituation: Saint-Exupery musste 1935 während eines versuchten Rekordflugs in der Sahara notlanden und wurde erst nach mehreren Tagen gerettet.

Rätsel um „Saint-Ex“

Den Erfolg seines kleinen blonden Prinzen bekam „Saint-Ex“, wie ihn Freunde und Kollegen nannten, nicht mehr mit. Der Schreiber und Flieger starb ein Jahr nach Erscheinen des Buches im Alter von 44 Jahren. Am 31. Juli 1944 war er auf einen Aufklärungsflug von Bastia-Borgo nach Grenoble gestartet, von dem er nicht zurückkehrte. Was auf dem Flug genau geschah, bleibt bis heute rätselhaft.