FPÖ-Historikerkommission will „diskret“ arbeiten
Die von der FPÖ eingesetzte Historikerkommission, die die Parteigeschichte mit Fokus auf „dunkle Flecken“ aufarbeiten soll, hat ihre Arbeit vor rund vier Wochen abseits der Öffentlichkeit begonnen. Die Namen der beteiligten Wissenschaftler und Ergebnisse werden erst im Herbst genannt, sagte Andreas Mölzer, der die parteiinterne Referenzgruppe, die den Prozess koordiniert, organisiert.
Man arbeite „diskret“ und wolle bewusst erst später an die Öffentlichkeit gehen, sagte Mölzer gestern gegenüber der APA. Auch die Zahl der Historiker, die mitarbeiten, wollte Mölzer nicht nennen. Es gebe immer wieder Anfragen, manche sagten zu, manche ab. Darum gehe es aber nicht, sondern um die Themen.
Hearings mit „Kritikern und Gegnern“
Bearbeitet werden zunächst „die großen Linien“, danach werde man ins Detail gehen. Die geplanten Hearings mit „Kritikern und Gegnern“ werden erst in zwei, drei Monaten beginnen. „Wir haben keinen Zeitdruck und machen auch bewusst keine Öffentlichkeitsarbeit“, so Mölzer.
Die Kommission unter Vorsitz des früheren Politikers und Juristen Wilhelm Brauneder wurde infolge der „Liederbuchaffäre“ in der Burschenschaft des mittlerweile zurückgetretenen FPÖ-Spitzenkandidaten der NÖ-Wahl, Udo Landbauer, eingesetzt. Mitglieder der Referenzgruppe sind neben Mölzer Ehrenparteichef Hilmar Kabas, die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, Volksanwalt Peter Fichtenbauer, die Wiener Stadträtin Ursula Stenzel, der stellvertretende Parteichef Harald Stefan, der Vorarlberger Parteichef Reinhard Bösch sowie Parlamentsklubdirektor Norbert Nemeth.