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Britin debütierte bei Givenchy

Mit einem spannenden Debüt konnten die Pariser Haute-Couture-Schauen für Frühjahr/Sommer 2018 Ende Jänner aufwarten. Claire Waight Keller, die von Chloe kommende, vielgelobte britische Designerin, zeigte ihre erste Couture-Kollektion für das Modehaus Givenchy. Nach ihrem gelungenen Einstand dort im vergangenen Herbst bei den Pret-a-porter-Schauen überzeugte sie auch hier die Kritiker.

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Die Schnitte ultrachicer schwarzer Anzüge mit weiten Hosen wirkten architektonisch durchdacht - wie bei Kellers Vorgänger Riccardo Tisci. Ihr gelang es jedoch dabei, Stimmigkeit zu vermitteln. Das fehlte dem Haus zuletzt. Gerüschte Stufenröcke in Leuchtfarben kombinierte sie zu schlichten schwarzen Oberteilen, feine weiße Spitze zum Shirt und eine wunderbar bestickte Robe zum Regenmantel in Blassorange. Mit der 47-Jährigen steht zum ersten Mal eine Frau an der kreativen Spitze des Modehauses.

Modeschau in Paris

APA/AFP/Patrick Kovarik

Wolkige Kreationen bei Armani

Wolken bei Armani, surreales bei Dior

Giorgio Armani hatte sich in seiner Schau für ein Wolkenthema entschieden: Heraus kamen Entwürfe in duftiger Seide, oft mehrlagig, mit Drucken in verwischten Himmelsfarben. Diese wirkten wie Aquarelle und erinnerten an Wolkenbilder von Expressionisten. Trotz der Kunstfertigkeit erschien die Kollektion blass. Neben Ballonkleidern mit kurzen Shorts gab es viele Hosenanzüge, die fürs Office taugen, doch etwas altbacken wirkten.

Dior-Designerin Maria Grazia Chiuri setzte auf Federn und Blüten, Dominomustern und Netzstrukturen. Die Chefdesignerin des Modehauses hatte sich von den Surrealisten inspirieren lassen und spielte mit optischen Effekten. Softe Linien bildeten Korsetts nach, Plissierungen erinnerten an aufgeschlagene Buchseiten, Netzstrümpfe wurden über zierliche Sandalen gezogen.

Modeschau in Paris

APA/AFP/Francois Guillot

Optische Effekte bei Dior

Luftgeister bei Schiaparelli

Schiaparelli-Chefdesigner Betrand Guyon wollte in seinem Defilee afrikanische und europäische Eleganz vermählen. Kostbare Stickereien bildeten die ornamentalen Muster der Massai nach, schwarze taillierte Jacken waren aus Bananenblättern und Seide geflochten, und ein fliegender Federentwurf erinnerte an ein Straußenkleid. Zudem griff Guyon die Idee arabischer Luftgeister auf. Dazu arbeitete er bei hauchzarten Seidenroben mit Tüll mit Rauchfarben und 3-D-Effekten. Manchmal trieb er es etwas zu weit, sodass die Models in ihrem Stoffrausch wie Zuckerpuppen wirkten.

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