Der Erneuerer des kleinen Schwarzen
Der französische Modeschöpfer Hubert de Givenchy ist tot. Der Gründer des internationalen Mode- und Kosmetikkonzerns Givenchy starb im Alter von 91 Jahren, wie sein Lebensgefährte am Montag in Paris mitteilte. Er sei bereits am Samstag entschlafen, sagte der Couturier Philippe Venet.
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Das Modehaus Givenchy bestätigte den Tod seines Gründers via Twitter. Er sei ein Gentleman gewesen, der über ein halbes Jahrhundert lang Pariser Chic und Eleganz symbolisiert habe, heißt es in der Meldung.
Givenchy hatte Hollywood-Stars wie Elizabeth Taylor und Marlene Dietrich eingekleidet und das von Coco Chanel miterfundene kleine Schwarze wieder populär gemacht. Givenchy wurde in eine wohlhabende Adelsfamilie geboren, sein voller Name lautet Hubert James Marcel Taffin de Givenchy. Sein Vater war Direktor der historischen Gobelinfabrik im nordfranzösischen Beauvais. Jeder in der Familie habe auf gute Kleidung geachtet, sagte Givenchy einmal.

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Givenchy bei der Eröffnung seines ersten Salons
Baumwolle statt Seide in den Anfängen
Nach Abschluss eines Designstudiums an der Pariser Akademie der Schönen Künste eröffnete er 1952 seinen ersten Salon. Obwohl er aus reichem Hause stammte, musste er bei den Materialien zunächst sparen - und kleidete seine Models in Baumwollstoffe statt Seide. Givenchy schuf nicht nur den berühmten Ballonmantel, auch seine Samtbustiers, Glockenröcke und Hüte, die oft das Gesicht verdeckten, sorgten in der Modewelt für Aufsehen.
Im Jahr 2014 vereinte er im Buch „To Audrey with Love“ rund 150 Skizzen von Kleidern, die er für die 1993 gestorbene Hollywood-Schauspielerin Audrey Hepburn entworfen hatte. Das Werk sei eine Hommage und ein Geschenk an eine wunderbare Freundin, so Givenchy. Hepburns Vertrauen in den Designer reichte so weit, dass sie sich in ihren Filmen ausschließlich von Givenchy ausstatten ließ.

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Givenchy bei seiner letzten eigenen Show in Paris 1995
Ein kleines Schwarzes für Audrey Hepburn
Für den Erfolgsfilm „Frühstück bei Tiffany“ (1961) schneiderte er ihr seine Version des berühmten kleine Schwarzen und verhalf Coco Chanels Kreation zu neuer Popularität. In „Sabrina“ trat sie in einem Traum aus Weiß auf. Givenchys Idee von der schlichten Eleganz hat die Modewelt nachhaltig geprägt.
Vor mehr als 25 Jahren begann sich der Couturier allmählich zurückzuziehen. Zunächst verkaufte er 1988 sein Modeunternehmen, das Teil des Luxuskonzerns LVMH wurde, 1995 nahm er dann schließlich auch als Designer Abschied von der Schneiderkunst. Ihm folgten beim Modehaus Givenchy unter anderen die beiden exzentrischen Briten John Galliano und Alexander McQueen.
Givenchy besaß ein Schloss und eine umfangreiche Kunstsammlung. Von einem Teil seiner Schätze trennte er sich im Vorjahr. 22 Werke der Brüder Giacometti wurden bei Christie’s in Paris versteigert.
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