Beschäftigungshöchststand 2017 erreicht
Der Konjunkturaufschwung lässt weiterhin die Arbeitslosenzahlen sinken. Inklusive AMS-Schulungsteilnehmern waren Ende Dezember 443.481 Personen auf Arbeitssuche, das ist ein Rückgang von 5,9 Prozent im Vergleich zum Dezember des Vorjahres. Nach nationaler Definition sank die Arbeitslosenquote um 0,9 Prozentpunkte auf 9,4 Prozent, gab das Sozialministerium am Dienstag bekannt.
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Im Aufschwung befindet sich die Zahl der unselbstständigen Beschäftigten: Aktuell haben geschätzte 3.646.000 Personen ein unselbständiges Beschäftigungsverhältnis. Somit wurde ein Allzeitbeschäftigungshöchststand erreicht, heißt es aus dem Sozialministerium.

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/AMS
Zahlen in allen Bundesländern rückläufig
Wie auch schon im November 2017 ist die Zahl der Arbeitslosen in allen Bundesländern rückläufig, am relativ stärksten jedoch Ende Dezember in der Steiermark (-13,5 Prozent). Bei Männern (-8,3 Prozent), Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft (-9,4 Prozent) und Jugendlichen (-17,2 Prozent) ist die registrierte Arbeitslosigkeit nunmehr bereits seit mehreren Monaten stabil und deutlich rückläufig.

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Die wirtschaftliche Erholung zeigt sich, verbunden mit demografischen Trends, auch auf dem Lehrstellenmarkt: Die Zahl der Lehrstellensuchenden ist um 3,7 Prozent zurückgegangen, während der Bestand an gemeldeten offenen Lehrstellen um mehr als ein Viertel (26 Prozent) zugenommen hat. Dennoch stehen damit für 6.340 Suchende nur 4.273 betriebliche Lehrstellen, die dem AMS gemeldet wurden, zur Verfügung. Ein Überhang an freien Lehrplätzen besteht lediglich – vor allem durch die Nachfrage in Tourismusberufen – in Tirol und Salzburg, aber auch in Oberösterreich.
Ältere Menschen und Ausländer benachteiligt
Am Arbeitsmarkt benachteiligt waren aber einmal mehr ältere Menschen ab 50 Jahren (-2 Prozent), Ausländer (-3,9 Prozent), Langzeitarbeitslose (-4,4 Prozent) sowie behinderte Personen (-0,8 Prozent), wenngleich es leichte Rückgänge gab.
In den von der konjunkturellen Entwicklung direkt betroffenen Branchen nimmt die Arbeitslosigkeit überdurchschnittlich ab. In der Bauwirtschaft sind Ende Dezember um 8,0 Prozent weniger Personen vorgemerkt, in der Warenproduktion um 12,9 Prozent und in der Arbeitskräfteüberlassung um 7,8 Prozent weniger. Aber auch die AMS-Vorgemerktenzahlen aus den Branchen Tourismus (-11,7 Prozent) und Handel (-9,7 Prozent) entwickelten sich sehr positiv.
Jahresdurchschnitt 2017: 412.074 Arbeitslose
„Monat für Monat sank die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich immer stärker, sodass auch zunehmend mehr und mehr Gruppen am Konjunkturaufschwung teilhaben konnten“, so AMS-Chef Johannes Kopf. Im Schnitt waren im Vorjahr 412.074 Personen arbeitslos oder in AMS-Schulungen, um 2,9 Prozent weniger als 2016. Männer (-3,8 Prozent) profitierten im Gesamtjahr 2017 stärker von der Erholung des Arbeitsmarktes als Frauen (-1,8 Prozent). Die Jugendarbeitslosigkeit reduzierte sich um 6,7 Prozent, im Haupterwerbsalter zwischen 25 und 49 Jahren sank die Zahl der Arbeitslosen um 4,4 Prozent.

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/AMS
Für das Gesamtjahr 2017 meldet das AMS 56.854 sofort verfügbare offene Stellen, um 41 Prozent mehr als im Jahr davor. Auch am Lehrstellenmarkt kam es zu einem deutlichen Anstieg der offenen Lehrstellen um 25 Prozent auf 4.650.
2017 mehr Arbeitslose mit höherer Ausbildung
Unterschiedliche Entwicklungen gab es für das Gesamtjahr 2017 je nach Bildungsgrad: Während es bei Personen mit maximal Pflichtschulausbildung (-3,8 Prozent), Lehrausbildung (-5,2 Prozent) und mittlerer Ausbildung (-1,9 Prozent) zu einem Rückgang der Arbeitslosen kam, verzeichnete das AMS bei Personen mit höherer Ausbildung (+2,8 Prozent) und akademischer Ausbildung (+4,8 Prozent) einen Anstieg.
Nach Bundesländern betrachtet kam es im Vorjahr überall zu Rückgängen, am stärksten in Tirol (-7,8 Prozent), der Steiermark (-7,3 Prozent) und im Burgenland (-5,7 Prozent). Am geringsten war der Rückgang in der Bundeshauptstadt Wien (-0,5 Prozent).
Abgesehen vom Gesundheits- und Sozialwesen (+0,4 Prozent) ist es im Jahr 2017 in allen Branchen zu einem Rückgang der Arbeitslosen gekommen, am stärksten im Bereich Herstellung von Waren (-7,9 Prozent), am Bau (-7,1 Prozent) und im Handel (-5,2 Prozent). Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnung sank 2017 um 0,5 Prozentpunkte auf 8,5 Prozent. Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg um 1,9 Prozent oder um 68.000 auf rund 3,65 Millionen.
Weitere Trendwende am Arbeitsmarkt?
Zustimmung zur von der Opposition kritisierten Streichung des Jobbonus und der „Aktion 20.000“ kam von Kopf. Die Programme seien derzeit aufgrund des „enormen Beschäftigungswachstums“ und der „brummenden Wirtschaft“ nicht notwendig, die Mittel dafür könnten anderweitig besser eingesetzt werden. Denn zusätzliche Mittel für den Arbeitsmarkt werde es nicht geben.
Außerdem erwarte man sich, dass die Trendwende 2018 anhalten wird. „Weiter steigende Stellenmeldungen sowie alle vorliegenden Prognosen lassen einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit über das ganze heurige Jahr erwarten“, twitterte Kopf am Dienstag. In allen Bundesländern, großen Branchen sowie bei Jung und Alt fänden sich rückläufige Vorgemerktenzahlen, so Kopf.
Den starken Rückgang bei den Arbeitslosenzahlen bei Jungen führt Kopf auch auf die demografische Entwicklung zurück, die bei den Alten genau umgekehrt wäre, wodurch es hier noch eine Stagnation gebe. Er sei jedenfalls „überrascht“, wie schnell der Mangel an Fachkräften sichtbar geworden sei. Die Hoffnung, den Mangel durch Zuzug aus Osteuropa abzudecken, zerstreut Kopf - weil sich auch in diesen Ländern der Arbeitsmarkt deutlich gebessert habe.
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