Offenbar nur noch Lufthansa bei Niki-Übernahme im Rennen

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Bei der Übernahme der bisherigen Air-Berlin-Tochter Niki sieht der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus nur noch die Lufthansa im Rennen. Der britische IAG-Konzern (British Airways, Iberia, Vueling) habe schriftlich mitgeteilt, kein Kaufinteresse mehr an Niki zu haben, teilte Kebekus heute nach einer Sitzung des Gläubigerausschusses der insolventen Air Berlin mit.

„Auch die erneuten Gespräche mit dem Bieterkonsortium um den Reiseveranstalter Thomas Cook haben bisher nicht ansatzweise zur Unterbreitung eines tragfähigen Alternativangebots geführt.“ Insofern bleibe die Lufthansa der einzig zuverlässige Kaufinteressent für Niki.

EU prüft Übernahme

Kebekus sagte, wie von der EU-Kommission gefordert, habe man noch einmal Kontakt zu weiteren möglichen Bietern aufgenommen. Daraufhin hatten Thomas Cook (Condor) und IAG wieder Interesse an Niki gezeigt, nachdem sie im Bieterverfahren der Insolvenzverwaltung von Air Berlin zunächst nicht zum Zuge gekommen waren.

Die EU-Kommission prüft derzeit noch die Lufthansa-Übernahme, die Frist für die erste Prüfungsphase läuft bis 21. Dezember. Lufthansa will mit dem Verzicht auf Start- und Landerechte wettbewerbsrechtliche Bedenken der Kommission zerstreuen.

Grünes Licht für easyJet

Unterdessen erlaubt die EU-Kommission easyJet den Kauf von Teilen der insolventen Air Berlin ohne Auflagen. Man sei zum Schluss gekommen, dass die Übernahme den Wettbewerb im EU-Binnenmarkt nicht negativ beeinflussen würde, teilte die Kommission heute in Brüssel mit.

Der britische Billigflieger ist in erster Linie am Air-Berlin-Geschäft am Hauptstadtflughafen Berlin-Tegel interessiert und will dort bis zu 25 Maschinen unter seine Fittiche nehmen. EasyJet kündigte den 40 Millionen Euro schweren Deal im Oktober an.

Das Urteil der EU-Kommission über die geplante Übernahme von weiteren etwa 80 Air-Berlin-Fliegern durch die Lufthansa wird am 21. Dezember erwartet. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager meldete bereits „ziemlich starke Bedenken“ an.