Wohl gesunkener Fischkutter
Bei der Suche nach dem mit 44 Menschen im Südatlantik verschollenen U-Boot der argentinischen Marine hat sich ein Hinweis auf seinen Verbleib als falsch herausgestellt. Zunächst hatten Aufnahmen und empfangene Signale auf das U-Boot in einer Meerestiefe von 477 Metern hingedeutet.
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Aber Marinesprecher Enrique Balbi teilte am Samstag in Buenos Aires mit, dass es sich dabei wohl um einen gesunkenen Fischkutter handeln könnte. Unter anderem sind das argentinische Spezialschiff „Victor Angelescu“ und ein russisches Mini-U-Boot bei der Suche im Südatlantik im Einsatz.
Das U-Boot ARA „San Juan“ wird weiter gesucht, aber die 44 Mitglieder der Besatzung wurden de facto für tot erklärt - es wird nach Angaben Balbis nicht mehr nach Überlebenden gesucht. Das U-Boot war am 15. November spurlos verschwunden. Im gesamten durchsuchten Gebiet war trotz einer großangelegten internationalen Suchaktion zuvor kein Wrack gefunden worden. Die internationalen Rettungsbemühungen dauerten doppelt so lange wie die geschätzte Überlebensdauer in einem U-Boot, das nicht auftauchen kann.
„Sie haben die letzte Hoffnung weggeworfen“
Die Angehörigen der Vermissten hatten die Ankündigung der argentinischen Marine vom Donnerstag mit unterschiedlichen Gefühlen aufgenommen. „Sie haben die letzte Hoffnung weggeworfen, die wir noch hatten“, kritisierte der 46-jährige Luis Tagliapietra, dessen Sohn zur U-Boot-Besatzung gehörte. Jorge Villareal, dessen Sohn ebenfalls auf der „ARA San Juan“ war, weigerte sich dagegen, die Hoffnung aufzugeben. „Ich bewahre meine Hoffnung und meinen Glauben“, sagte Villareal.

Reuters/Marcos Brindicci
Die Angehörigen der Vermissten hofften bis zuletzt
Die Angehörigen sind seit Tagen in Aufruhr, sie werfen der Marine schwere Versäumnisse vor. Die Marine hatte zunächst von einem „Kommunikationsproblem“ gesprochen und erst zwei Tage nach Abbruch der Verbindung bekanntgegeben, dass nach dem U-Boot gesucht werde.
Schwelbrand an Bord
Der Kontakt zur „ARA San Juan“ und ihren 44 Besatzungsmitgliedern war kurz nach der letzten Funkverbindung am 15. November abgebrochen. In diesem Funkspruch hatte der Kapitän einen Kurzschluss und Schwelbrand im Batteriesystem gemeldet. „Meerwassereintritt über das Lüftungssystem in den Batterietank Nr. 3 verursachte Kurzschluss und Schwelbrand“, hieß es laut einem Bericht eines argentinischen Nachrichtensenders in der Transkription der Funkverbindung der „ARA San Juan“ vom 15. November. Die Bugbatterien seien außer Betrieb, das U-Boot navigiere mit den Heckbatterien weiter.

Reuters/Argentine Navy/Handout
Das U-Boot wird seit 15. November vermisst
Mutmaßungen über Explosion an Bord
Marinesprecher Balbi sagte nach Bekanntwerden des Medienberichts, zu dem Kurzschluss an Bord sei es gekommen, weil Wasser über den Schnorchel in das U-Boot gelangt sei. Zum Zeitpunkt des Vorfalls gab es hohen Wellengang von über sechs Metern auf der Route des U-Boots im Südatlantik. Die Marine hatte wiederholt gesagt, dass die Batteriepanne nach Angaben des U-Boot-Kapitäns behoben worden sei. Zweieinhalb Stunden nach der letzten Funkverbindung verzeichneten internationale Meeressonden eine Explosion an der mutmaßlichen Position des U-Boots.
Die „ARA San Juan“ war auf einer Überwachungsmission. Es hatte sich um eine Routinefahrt gehandelt, bei der nach Schiffen gesucht wurde, die illegal in argentinischen Gewässern fischten. Das diesel-elektrisch angetriebene U-Boot war von Ushuaia in Feuerland ausgelaufen und befand sich rund 430 Kilometer vor dem Festland. Familienangehörige reagierten mit Unverständnis und Wut auf die Entscheidung, die Suche nach Überlebenden einzustellen.
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