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Südkoreanischer Minister schlägt Alarm

Nordkorea könnte sein Atomprogramm nach Einschätzung seines südlichen Nachbarn schneller zum Abschluss bringen als allgemein erwartet. „Experten denken, dass Nordkorea noch zwei bis drei Jahre braucht“, sagte Südkoreas Minister für Wiedervereinigung, Cho Myoung Gyon, am Dienstag. Das Land komme jedoch bei der Entwicklung schneller voran als gedacht.

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„Wir können die Möglichkeit nicht ausschließen, dass Pjöngjang sein Atomprogramm in einem Jahr für abgeschlossen erklärt.“ Nordkorea arbeitet trotz UNO-Sanktionen an der Entwicklung von Atomwaffen sowie Raketen, mit denen das US-Festland getroffen werden kann.

Das international nahezu völlig isolierte Land hat dazu mehrere Tests absolviert. Das und ein monatelanger verbaler Schlagabtausch zwischen der nordkoreanischen Führung und US-Präsident Donald Trump schürten Sorgen vor einer militärischen Eskalation.

Bisher fünf Atombomben getestet

Laut einem Bericht der „Washington Post“ hat die Demokratische Volksrepublik Nordkorea bereits einen Atomsprengkopf entwickelt, der klein genug für den Einsatz in seinen Interkontinentalraketen (ICBM) ist. Auch in der Zeitung heißt es unter Berufung auf eine Analyse des US-Militärgeheimdiensts DIA vom Juli, die nordkoreanische Atomtechnologie sei wesentlich schneller vorangeschritten als erwartet. Zur vollwertigen Atommacht fehle Pjöngjang aus Expertensicht jedoch noch viel.

Die nordkoreanische Führung testete nach eigenen Angaben bisher fünf Atombomben. US-Experten schätzten die Sprengkraft des jüngsten Tests vom 9. September 2016 auf 20 bis 30 Kilotonnen. Das wäre in etwa die Sprengkraft der von den USA am 9. August 1945 auf die japanische Stadt Nagasaki abgeworfenen Atombombe, durch die Zehntausende Menschen getötet wurden.

„Gesamte USA in Reichweite“

Anfang Juli dieses Jahres vermeldete das nordkoreanische Staatsfernsehen erstmals den Test einer Interkontinentalrakete des Typs Hwasong-14. Ein weiterer Test der Rakete sei nur wenige Wochen später erfolgt. Experten schätzen, dass die Rakete eine potenzielle Reichweite von 6.700 Kilometern hat und damit theoretisch auch US-Festland erreichen könnte.

In der Nacht auf Mittwoch testete das Land nun erneut eine Interkontinentalrakete - diesmal vom Typ Hwasong-15. Laut dem Regime in Pjöngjang liegt mit diesem Raketentyp das gesamte US-Festland in Reichweite. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un erklärte überdies, der Test habe seinem Land geholfen, das Ziel einer Atommacht zu erreichen.

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