Sudanesischer Präsident bittet Russland um Schutz vor USA

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Der sudanesische Staatschef Omar al-Baschir hat Russland um Schutz vor den USA gebeten. Das sei angesichts der „aggressiven Handlungen“ der US-Regierung erforderlich, sagte Baschir heute im russischen Sotschi. Dorthin war er trotz eines internationalen Haftbefehls wegen Völkermordes gereist, um Russlands Präsidenten Wladimir Putin zu treffen.

Zugleich äußerte Baschir den Wunsch, die militärische Zusammenarbeit mit Russland zu verstärken. Die sudanesischen Streitkräfte müssten neu ausgerüstet werden, sagte der Staatschef. Bereits jetzt seien alle Waffen der Armee aus russischer Produktion.

Baschir auf US-Terrorliste

Die erste Visite Baschirs in Russland erfolgte kurz nach Aufhebung einiger US-Sanktionen gegen den Sudan, was Präsident Donald Trump im Oktober verfügt hatte. Allerdings steht der Sudan nach wie vor auf einer US-Liste der den Terrorismus unterstützenden Staaten.

Gegen den Staatschef liegt beim Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag ein Haftbefehl wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermordes in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur vor. In dem Konflikt zwischen der Armee, mit ihr verbündeten Milizen und Rebellengruppen wurden nach UNO-Angaben seit 2003 mehr als 300.000 Menschen getötet. Zweieinhalb Millionen Einwohner ergriffen die Flucht.