Deutsche Siemens-Mitarbeiter protestieren gegen Jobabbau
Im Beisein von SPD-Chef Martin Schulz haben Hunderte Siemens-Mitarbeiter gegen die geplanten Stellenstreichungen und Standortschließungen bei dem Technologiekonzern protestiert. „Es gibt keinen Grund, bei einem Unternehmen, das 6,3 Milliarden Euro Gewinn macht, Arbeitsplätze abzubauen - so einfach ist das“, sagte Schulz bei einer Podiumsrede heute Früh in Berlin.
Standortschließungen und ein scheinbar alternativloser Stellenabbau seien „keine Lösung und schon gar keine Basis für Verhandlungen“, sagte Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn. Der Siemens-Vorstand müsse den Strukturwandel „gemeinsam mit uns gestalten“, forderte sie.
„Wir kämpfen für unserer Arbeitsplätze“
Nach Angaben der IG Metall versammelten sich 2.500 Beschäftige aus ganz Deutschland. Viele von ihnen machten ihrem Unmut über die Konzernpläne mit Trillerpfeifen und Plakaten Luft. „Wir kämpfen für unsere Arbeitsplätze“, sagte Klaus Abel, erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.
Siemens will weltweit in den kommenden Jahren 6.900 Stellen streichen, davon rund die Hälfte in Deutschland. Mehrere Werke sollen ganz geschlossen werden. Siemens hatte die Kürzungspläne in der Kraftwerks- und Antriebstechnologie, die in der vergangenen Woche bekanntgeworden waren, mit einem „rasant zunehmenden Strukturwandel“ bei der fossilen Stromerzeugung und im Rohstoffsektor begründet.
Abbau von 200 Stellen in Wien geplant
In Österreich sind 200 Jobs am Standort Wien betroffen. Zum Abbau von Stellen werde es aber erst 2020 oder 2021 kommen, sagte Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun Anfang der Woche im Ö1-Mittagsjournal. „Und das gibt uns ausreichend Zeit, im Konzern für die Mitarbeiter entsprechende Platzierungen zu suchen und auch zu finden.“