Razzia in Hauptquartier der katalanischen Polizei
Einheiten der spanischen Guardia Civil haben heute das Hauptquartier der katalanischen Polizei durchsucht. Ein Sprecher der Guardia Civil sagte, die Beamten seien in das Hauptquartier der Mossos d’Esquadra in der Stadt Sabadell bei Barcelona eingedrungen.
Es gehe um das Verhalten der katalanischen Polizei am 1. Oktober, dem Tag des von Madrid verbotenen Unabhängigkeitsreferendums in Katalonien. An dem Tag ging die Guardia Civil teils mit massiver Gewalt gegen Demonstranten und Abstimmende vor, Hunderte wurden verletzt.
Die beiden Chefs der Mossos, Pere Soler und Josep Lluis Trapero, wurden kurze Zeit später abgesetzt. Die der Zentralregierung unterstehende Guardia Civil wirft der katalanischen Polizei vor, vor der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit am 1. Oktober „absolut gegen die erhaltenen Anordnungen“ verstoßen zu haben.
Puigdemont setzte sich nach Belgien ab
Der entlassene Präsident der katalanischen Regionalregierung, Carles Puigdemont, setzte sich unterdessen nach Belgien ab. Das bestätigte der belgische Menschenrechtsanwalt Paul Bekaert gestern Abend. In Spanien war gegen den Politiker Anklage wegen Aufruhr, Rebellion und Unterschlagung öffentlicher Mittel erhoben worden.
Puigdemont will sein Vorgehen heute offenbar der Öffentlichkeit erklären - bei einer Pressekonferenz in Brüssel. Fraglich ist, ob er in Belgien gar Asyl beantragen wird.
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