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„Irreversibler Schaden“ für Sicherheit

Anders als geplant werden die Akten zur Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy im Jahr 1963 vorerst nicht komplett veröffentlicht. US-Präsident Donald Trump teilte mit, dass ein Teil der Papiere aufgrund von Sicherheitsbedenken vorerst gesperrt bleibe. Diese Papiere würden nun redigiert.

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Trump gab vorerst nur 2.891 Dokumente zur Veröffentlichung frei, die am Donnerstag ungeschwärzt und auf einen Schlag auf der Seite des US-Nationalarchivs veröffentlich wurden. Für die Sichtung und Bearbeitung des Rests setzte er eine Frist von 180 Tagen. Geplant war ursprünglich die Veröffentlichung von 3.150 bis dato geheimen Papieren zu dem Attentat in Dallas.

„Keine andere Wahl“

Am Donnerstag schrieb Trump, er habe „keine andere Wahl“ gehabt, als zu akzeptieren, dass „gewisse Informationen“ weiter überarbeitet werden sollten. Andernfalls drohe der nationalen Sicherheit „irreversibler Schaden“. Er ordne aber an, dass „der Schleier endlich gelüftet“ werde. Nach Ablauf der Frist werde alles veröffentlicht werden, was möglich sei. Interveniert hatten der US-Auslandsgeheimdienst CIA, die US-Bundespolizei FBI und weitere Geheimdienste.

Langzeitaufnahme des fahrenden Autos, kurz nachdem John F. Kennedy erschossen wurde

AP

Insgesamt umfassen die Akten zu Kennedys Tod rund fünf Millionen Seiten

Es war nicht klar, worauf sich die Bedenken der Dienste gründeten. US-Medien wiesen darauf hin, dass für einen Editionsprozess 25 Jahre Zeit gewesen wären. Dem Weißen Haus zufolge enthalten die entsprechenden Dokumente Informationen etwa über die Identität und die Rolle von Informanten. Am Donnerstag war die vom Kongress festgesetzte 25-jährige Frist für die Veröffentlichung abgelaufen. Trump hatte die komplette Veröffentlichung der Dokumente „vorbehaltlich des Erhalts weiterer Informationen" angekündigt und bis zuletzt auf Twitter beworben.

Futter für Verschwörungstheoretiker

Dass nun ein Teil der Dokumente weiter zurückgehalten wird, gab im Internet sofort neuen Verschwörungstheorien Nahrung. Bekanntlich existiert eine nicht enden wollende Fülle an Vermutungen zum Tod von Kennedy, von denen allerdings auch viele in den Bereich der Verschwörungstheorie abgleiten. Denn die offizielle Variante, der zufolge Kennedy 1963 in Dallas von Lee Harvey Oswald als Einzeltäter erschossen wurde, lässt sich bis heute nicht endgültig untermauern.

So wurde etwa immer wieder am Schusswinkel gezweifelt. Und nicht nur Oswalds Motiv, auch seine Ermordung zwei Tage nach dem Attentat blieben rätselhaft. Aus den Lücken entspann sich eine Vielzahl von Theorien, die den Drahtzieher unter anderem in der Sowjetunion, der Mafia, der CIA, höchsten US-Regierungskreisen und dem kubanischen Präsidenten Fidel Castro sahen.

Auswertung wird dauern

Die Auswertung der veröffentlichten Daten dürfte Historiker, Experten und Interessierte jedenfalls einige Zeit beschäftigen. Es soll sich um Zehntausende, womöglich mehr als hunderttausend Seiten handeln. Viele Papiere dürften zudem dank FBI- und CIA-Codes wohl nur schwer lesbar sein.

Experten vermuten, dass die Papiere Aufschluss darüber geben könnten, wie viel die Geheimdienste über Oswald und dessen mögliche Drohungen gegen Kennedy wussten. Möglicherweise geht es in den Dokumenten um eine Reise Oswalds nach Mexiko-Stadt, wo er die Botschaften der Sowjetunion und Kubas besucht hatte. Die Dokumente könnten auch neues Licht auf das Motiv werfen. Bereits in der Vergangenheit war seit den 1960er Jahren sukzessive ein Großteil der Akten veröffentlicht worden, zuletzt im Juli dieses Jahres.

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