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„Dein Blut gehört dir“

Als ein US-Polizist in Salt Lake City, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Utah, in der Universitätsklinik eine Krankenschwester bedrängt hat, einem bewusstlosen Patienten Blut abzunehmen, ist er an die Falsche geraten: Die Krankenschwester Alex Wubbels, ehemalige Skifahrerin, die zweimal an Olympischen Spielen teilgenommen hatte, weigerte sich standhaft.

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Auch Drohungen beeindruckten Wubbels nicht, die mit ihrem Vorgesetzten via Handy Rücksprache hielt. Dieser bestätigte ihr Vorgehen als richtig, da der Polizist keine Papiere, die die Blutabnahme rechtfertigten, vorweisen konnte. Der Polizist wurde daraufhin gewaltsam und verhaftete Wubbels. Diese schrie um Hilfe. Das Ganze wurde zudem per Video festgehalten.

Wubbels wurde grob aus dem Krankenhaus abgeführt und laut Klinikangaben 20 Minuten lang in einem Polizeiauto festgehalten. „Jeder war sehr schockiert, es war sehr erschütternd für unsere Mitarbeiter“, sagte die Sprecherin der Universitätsklinik in Salt Lake City, Suzanne Winchester.

Verhaftung von Krankenschwester

AP/Salt Lake City Police/Karra Porter

Der Polizist zerrte die Krankenschwester gewaltsam aus dem Krankenhaus

Bürgermeisterin entschuldigt sich

Sie betonte, Blutproben dürften der Polizei nur übergeben werden, wenn der Patient sein Einverständnis gegeben habe, dieser festgenommen worden sei oder es eine richterliche Anordnung gebe. Nichts davon sei der Fall gewesen, die Krankenschwester habe sich korrekt verhalten.

Der Vorfall ereignete sich bereits Ende Juli, wurde aber erst jetzt bei einer Pressekonferenz der Krankenschwester bekannt. Mindestens zwei Beamte, darunter der an dem Vorfall beteiligte Polizist, wurden beurlaubt - nachdem Wubbels gemeinsam mit ihrer Anwältin Karra Porter das Video veröffentlichte. Es wurden Ermittlungen eingeleitet. Die Bürgermeisterin von Salt Lake City, Jackie Biskupski, und der Polizeichef, Mike Brown, entschuldigten sich bereits bei der Krankenschwester. „Es hat mich beunruhigt, was ich gesehen habe“, betonte Polizeichef Brown.

„Nichts Falsches gemacht“

Die Videoaufnahmen stammen von einer Polizei-Bodycam. Auf der Aufzeichnung ist zu sehen, wie Wubbels zunächst ganz ruhig erklärt, warum sie dem Patienten, der bei einem Autounfall mit einem Todesopfer verwundet wurde, das Blut nicht abnehmen könne. Das US-Höchstgericht hatte erst 2016 die Regelung mit einem Spruch so abgeändert, dass Blutabnahmen nur bei Zustimmung oder Vorliegen einer richterlichen Anordnung erlaubt sind. Der Polizist Jeff Payne forderte trotzdem die Blutabnahme, als Wubbels sagte, sie brauche eine richterliche Anweisung, rief Payne: „Es reicht. Sie sind verhaftet!“, und schob sie nach draußen. Wubbels schrie um Hilfe und rief: „Ich habe nichts Falsches getan!“

Krankenschwester Alex Wubbels und Anwältin Karra Porter

AP/Rick Bowmer

Wubbels (r.) schilderte gemeinsam mit ihrer Anwältin die Vorgänge

Bei der Pressekonferenz sagte Wubbels, die 1998 in Nagano und 2002 in Salt Lake City unter ihrem Mädchennamen Shaffer für die USA unter anderem im Riesentorlauf antrat, als Krankenschwester sei es ihre „einzige Aufgabe, für die Sicherheit meiner Patienten zu sorgen“. Und „das Blut ist dein Blut. Das gehört dir.“

Wubbels will Vorgehen der Polizei ändern

Die Polizeibehörde betonte, Payne habe rund eine Stunde lang versucht, die Blutprobe zeitnah nach dem Unfall zu bekommen. Aber auch das rechtfertige das Vorgehen nicht. Bei dem Unfallopfer handelte es sich um einen Polizisten in Reserve, der als Lkw-Fahrer arbeitet.

Wubbels betonte, sie habe die Entschuldigungen der Bürgermeisterin und des Polizeichefs angenommen. Sie reichte keine Klage ein, forderte vielmehr, dass sich die Vorgehensweise ändern müsse. Die Klinik gab ihrerseits bekannt, man habe die Regeln geändert und Polizisten dürften Blutproben künftig nicht mehr selbst abholen.

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