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Sommer ja bitte, Tropenhitze nein danke

Neun Grad zu Mittag, Tageshöchsttemperaturen um die 15 Grad: Wer es gerne kühl hat und in Österreich bleiben will, der muss sich dieser Tage schon auf einen Gletscher oder zumindest auf eine Höhe von über 1.500 Metern begeben. Wem gemäßigte Sommertemperaturen von bis zu 30 Grad und kühlere Nächte genügen, für den gibt es auch einfach zu erreichende Fluchtorte.

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Raus aus der Stadt ist jedenfalls der erste Schritt, denn die dichte Bebauung in Ballungszentren und vergleichsweise wenige Grünflächen lassen die Temperaturen schneller steigen (Wärmeinseleffekt). Gleichzeitig kühlt es nachts langsamer ab, und auch die Gewitterhäufigkeit - und eine damit einhergehende Abkühlung - ist wesentlich geringer als etwa in den Bergen.

Bergwanderer

ORF.at/Sophia Felbermair

Auf Almen in ganz Österreich ist die Luft frisch und wesentlich kühler als im Tal

Auf den Spuren von Schnitzler, Kokoschka und Co.

Von Wien aus gesehen ist der Semmering die naheliegendste Destination für eine klassische Sommerfrische mit Retro-Touch und Hipsterkomfort. Wo im Fin de Siecle die feine Gesellschaft Erholung von den Stadtstrapazen suchte, erholt sich in den letzten Jahren auch der Tourismus. Alte Hotels in den Luftkurorten, in denen schon Stefan Zweig, Oskar Kokoschka und Arthur Schnitzler nächtigten, werden renoviert und wieder geöffnet.

Dazu bieten Kulturveranstaltungen ein Rahmenprogramm, und Spaziergänger kommen genauso auf ihre Kosten wie ambitioniertere Wanderer. Die Bergstation der Rax (1.547 Meter) lässt sich locker per Gondel erreichen, und dort bieten sich mit knapp über 20 Grad selbst während der Hitzewelle im Tal angenehme Wanderbedingungen.

Salzkammergut: Kalte Seen, viele Berge

Mit dem Salzkammergut erlebt auch eine andere Sommerfrischedestination aus Kaiserzeiten wieder einen Boom, was angesichts der heurigen Wetterlage gar nicht verwundert. Denn nicht nur, dass mit Atter-, Fuschl-, Altausseer- und anderen Seen herrliche Badegewässer vor idyllischer Bergkulisse ihre Anziehungskraft haben: Während man in den Ballungsräumen eine tropische Nacht nach der anderen durchschwitzt, sinkt das Thermometer im Dreibundesländereck vielerorts zumindest nächtens unter 20 und bleibt tagsüber unter oder um die 30 Grad.

Attersee

ORF.at/Roland Winkler

Der Attersee im Salzkammergut steht bei Österreich-Urlaubern traditionell hoch im Kurs

Wintersportorte ohne Schnee, mit Sonne

Gerade Wintersportorte werden im Sommer zunehmend attraktiv - einerseits, weil meist ohnehin schon hoch gelegen, andererseits, weil dort Liftanlagen auch weniger motivierten Berggehern den Zugang zu kühler Luft erleichtern. Auch weil sich viele Orte in den letzten Jahren mit der nicht immer prickelnden Schneesituation im Winter herumärgern mussten, ist für sie der Boom im Sommer umso erfreulicher. Wie auch in der kalten Jahreszeit werden Touristen mit einem breiten Angebot an Sportaktivitäten, Wanderwegen, Kulturveranstaltungen und kulinarischen Spezialitäten angelockt.

So kann man sich etwa in St. Anton und Ischgl in Tirol mit der Gondel auf über 2.000 Meter befördern lassen, in Obertauern (Salzburg) bewirbt man unter anderem die Möglichkeiten zum Fischen und Mountainbiken, im Gasteinertal (Salzburg) die Thermen, die die Orte auch bei schlechterem Wetter attraktiv machen. Zell am See hat den mit 21 Grad erfrischenden Zeller See und die Bergbahn auf die Schmittenhöhe, wo die Temperatur auch im Hochsommer tagsüber bei nur knapp über 20 Grad liegt.

Wanderer auf einem Berg

ORF.at/Doris Manola

Auch in der Steiermark eignen sich Berge und Hügel für eine Flucht aus der Hitze

Ramsau am Dachstein wiederum gilt im Winter als Langlaufmekka, im Sommer bezeichnet sich der Ort selbst als „Wiege der Klettersteige“. Auf 1.207 Metern gelegen ist es in Ramsau derzeit sommerlich warm bei tagsüber rund 25 Grad. Per Klettersteig erreicht man den 2.996 Meter hohen Dachstein-Gipfel, wo es nicht einmal in der größten Hitzewelle über 20 Grad hat. Mit der Gletschergondel lassen sich deutlich weniger schweißtreibend zumindest 2.700 Höhenmeter erreichen - aber selbst dort kann es im August noch passieren, dass die Temperatur unter den Gefrierpunkt fällt.

Heimischer Tourismus jubelt

Die Abkühlung liegt also in fast ganz Österreich nie viel weiter als zwei Autostunden. Schwieriger könnte es hingegen werden, spontan noch ein freies Quartier zu finden: Der heimische Tourismus jubelt über sehr gute Auslastungszahlen. Schon im Mai und Juni verzeichnete man heuer ein Nächtigungsplus von 5,9 Prozent und damit den größten Zuwachs in über 20 Jahren. Im Juli und August scheint sich der Trend fortzusetzen: Die Buchungslage sei hervorragend, heißt es aus der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der Wirtschaftskammer.

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