Tesla-Arbeiter beklagen niedrige Löhne und Arbeitsunfälle

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Der US-Elektroautohersteller Tesla sieht sich inmitten der ersten Auslieferungsphase seines Mittelklassewagens Model 3 mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten über die Löhne und Arbeitsbedingungen konfrontiert.

In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten Angestellte Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

Löhne deutlich unter Durchschnitt

Die Löhne in der Tesla-Fabrik sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar (rund 15,20 Euro) pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar. Es gibt außerdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle.

Die Beschäftigen seien es leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Das senke die Moral und sei „traumatisierend“.

Umsatz mehr als verdoppelt

Tesla selbst ließ unterdessen mit einem neuen Umsatzrekord aufhorchen. Verglichen mit dem Vorjahreswert sprangen die Erlöse im zweiten Quartal um rund 120 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Mrd. Euro) in die Höhe, wie der Konzern gestern nach US-Börsenschluss mitteilte.

Der Verlust nahm zwar von 293 auf 336 Millionen Dollar zu, fiel damit aber dennoch deutlich geringer aus als angenommen. Bei Anlegern kamen die Zahlen gut an, die Aktie stieg nachbörslich zunächst um über vier Prozent.

In einem Brief an die Aktionäre verkündete Firmenchef Elon Musk, dass Tesla auf Kurs sei, alle zuvor ausgegebenen Ziele bei der Fertigung des Model 3 zu erreichen. Tesla will seine Produktion ab 2018 inklusive der Luxuswagen Model S und Model X auf 500.000 Autos pro Jahr erhöhen. Für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr rollten lediglich rund 84.000 Wagen vom Band.