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Sicherheitskabinettt reagiert auf Proteste

Der umstrittene Einsatz von Metalldetektoren am Tempelberg in Jerusalem ist nach einem Beschluss des israelischen Sicherheitskabinetts beendet worden. Arbeiter demontierten die Detektoren in der Nacht auf Dienstag an einem Zugang zum Tempelberg, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Nach Angaben von muslimischer Seite wurden alle Detektoren entfernt.

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Das Sicherheitskabinett habe auf Empfehlung aller Sicherheitsorgane entschieden, die Metalldetektoren durch „Sicherheitsinspektionen auf der Grundlage hoch entwickelter Technologien und andere Hilfsmittel“ zu ersetzen, teilte das Büro von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Dienstag mit. Das werde eine „kluge Überprüfung“ überall in der Altstadt Jerusalems ermöglichen, um die Sicherheit der Besucher auf dem Gelände des Tempelbergs zu gewährleisten.

Unklarheit über „hoch entwickelte Technologien“

Nachdem die Entscheidung des Sicherheitskabinetts bekanntgeworden war, versammelten sich spontan einige hundert Palästinenser zu einer Freudenkundgebung an einem Zugang zum Tempelberg. Als ein Demonstrant ein Feuerwerk abbrannte, setzte die israelische Polizei Blendgranaten ein, um die Menge zu vertreiben.

Sicherheitskräfte beim Abbauen der Metalldetektoren

Reuters/Ammar Awad

Arbeiter demontierten die Metalldetektoren am Tempelberg

Unklar an dem Beschluss des Sicherheitskabinetts blieb zunächst, was unter „hoch entwickelten Technologien“ zu verstehen ist, wie es in der Erklärung hieß. Keine offizielle Bestätigung gab es außerdem dafür, dass die Entscheidung auch die Entfernung von Überwachungskameras einschließe, wie israelische Medien berichteten. Neben Metalldetektoren waren auch zusätzliche Kameras an den Eingängen installiert worden.

Muslimische Verwaltung will Boykott fortsetzen

Die muslimische Verwaltung der Gebetsstätten auf dem Tempelberg will den Boykott auch nach dem Abbau der Metalldetektoren zunächst fortführen. Die Gläubigen sollten erst dann wieder auf den Tempelberg gelassen werden, wenn „die Situation wie vor dem 14. dieses Monats wiederhergestellt ist“, sagte am Dienstag die Wakf-Stiftung, welche die heilige Stätte verwaltet.

An diesem Tag hatten Israels Behörden nach einem Anschlag auf zwei israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt den Zugang zum Tempelberg kurzzeitig gesperrt und dann mit Metalldetektoren versehen.

Auseinandersetzung endete blutig

Israel verteidigte die Metalldetektoren sowie am Sonntag zusätzlich angebrachte Überwachungskameras als Sicherheitsmaßnahmen. Von palästinensischer Seite werden sie jedoch als Übergriff und Versuch Israels gewertet, mehr Kontrolle über die heilige Stätte bzw. das gesamte Territorium zu erlangen und die „Unterdrückung“ der palästinensischen Bevölkerung zu verstärken.

Poster auf dem Tempelberg

APA/AFP/Ahmad Gharabli

Der Tempelberg ist gläubigen Muslimen, Juden und Christen gleichermaßen heilig

Seit Freitag wurden in dem Konflikt drei Israelis und fünf Palästinenser getötet. Die jüngste Gewalttat in der Region ereignete sich am Montag: Ein Palästinenser griff nahe Tel Aviv einen Israeli mit einem Messer an. Der Angreifer wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Der arabischstämmige Israeli wurde bei dem Vorfall nicht lebensbedrohlich verletzt. Die Polizei vermutet, der Palästinenser sei davon ausgegangen, dass das 32-jährige Opfer ein Jude sei.

UNO-Sondergesandter fordert rasche Lösung

Der palästinensische Botschafter Rijad Mansur hatte zuvor den UNO-Sicherheitsrat aufgefordert, den Abbau der Metalldetektoren und Überwachungskameras zu verlangen. Am Montag hatte der UNO-Sondergesandte Nikolaj Mladenow eine rasche „Lösung“ gefordert. „Es ist extrem wichtig, dass für die aktuelle Krise bis Freitag eine Lösung gefunden wird“, sagte der Sondergesandte für den Nahen Osten.

Die Gefahr einer weiteren Eskalation nehme zu, wenn bis zu den bevorstehenden Freitagsgebeten der Muslime keine Lösung gefunden worden sei, sagte Mladenow. Der Streit über den Tempelberg könne „weit über die Stadtmauern der Altstadt (Jerusalems) hinaus katastrophale Kosten“ verursachen. Diese Auswirkungen könnten „weit über Israel und Palästina“ und „weit über den Nahen Osten“ hinausreichen.

Internationale Appelle

Die Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrats wurde von Frankreich, Schweden und Ägypten beantragt. Der Tempelberg - auf Arabisch Al-Haram al-scharif (edles Heiligtum) - mit der Al Aksa-Moschee, dem Felsendom und der Klagemauer ist gläubigen Muslimen, Juden und Christen gleichermaßen heilig und gilt auch politisch als einer der sensibelsten Orte im Nahen Osten.

Palästinensischer Demonstrant

APA/AFP/Musa al Shaer

Die Sicherheitsmaßnahmen heizten die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern zuletzt weiter an

Auch der jordanische König Abdullah II., der aufgrund des israelisch-jordanischen Friedensvertrages von 1994 Hüter der heiligen islamischen Stätten in Jerusalem ist, hatte in einem Telefonat mit Netanjahu gefordert, die neuen Sicherheitsvorkehrungen am Zugang zum Tempelberg zu entfernen. Auch die USA schalteten sich in den eskalierenden Streit zwischen Israelis und Palästinensern ein. Jason Greenblatt, der Nahost-Beauftragte von US-Präsident Donald Trump, wurde nach offiziellen israelischen Angaben am Montag gemeinsam mit dem US-Botschafter in Israel, David Friedman, von Netanjahu empfangen.

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