Gedenken an Putschversuch in Türkei
Zum Gedenken an die Niederschlagung des Putschversuches vor rund einem Jahr in der Türkei haben im ganzen Land Feierlichkeiten begonnen. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan und Ministerpräsident Binali Yildirim besuchten heute einen „Märtyrerfriedhof“ im Istanbuler Stadtteil Edirnekapi, wie der Sender CNN Türk berichtete.
In der Grabstätte sind 15 der nach offiziellen Angaben 249 Todesopfer des gescheiterten Putschversuchs begraben. Höhepunkt der einwöchigen Feierlichkeiten in Erinnerung an den Putschversuch in der Nacht von 15. auf den 16. Juni 2016 ist eine Ansprache von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan im Parlament im Ankara am Sonntag um 2.32 Uhr (1.32 Uhr MESZ). Das ist genau der Moment, als die Putschisten vor einem Jahr das Parlament bombardierten. Zudem soll wie in der Putschnacht ein besonderer Gebetsruf von den Minaretten der Moscheen erklingen.

APA/AP/Lefteris Pitarakis
Das Mahnmal für die Opfer des Putschversuchs wird bald eingeweiht
Repression als Antwort auf Putschversuch
In der Putschnacht und nach der Niederschlagung des Aufstands von Teilen des Militärs im vergangenen Jahr hatte Erdogan seine Anhänger ebenfalls dazu aufgerufen, auf die Straße zu gehen. Die türkische Führung macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Umsturzversuch verantwortlich und startete eine Welle repressiver Maßnahmen.
Die Behörden gehen seitdem im großen Stil gegen vermeintliche Gülen-Anhänger und andere Oppositionelle vor. Mehr als 50.000 wurden verhaftet, mehr als 100.000 Staatsbedienstete entlassen oder suspendiert und zahlreiche Medien geschlossen.
Neue diplomatische Querelen nach Einreiseverbot
Zwischen Österreich und der Türkei hat sich die Stimmung nach dem Einreiseverbot für den türkischen Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci weiter verschlechtert. Österreich sei „nicht ehrlich“ in seinem Anspruch, demokratische Werte zu verteidigen. Das Verhalten sei „lehrreich“, kritisierte Ankara.
Zeybekci hätte in Wien zum Jahrestages des Putschversuchs auftreten sollen, das Außenministerium hatte das in Absprache mit dem Bundeskanzleramt verboten. Das türkische Wirtschaftsministerium sorgte unterdessen mit seiner Reaktion für Verwirrung.
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