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Saubere Inhalte für junge Menschen

Mit selbst produzierten Serien will Facebook vor allem junge Menschen ansprechen - deren Vorlieben der Netzwerkriese direkt aus ihren Profilinhalten herausfiltern kann. Keinesfalls will Facebook mit seinen Formaten jedoch anecken: Politische Botschaften, Schimpfworte, Nacktheit und Gewalt sollen in den neuen Miniformaten Tabu sein.

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Facebook will eigene Serien produzieren und führt bereits Gespräche mit verschiedenen Hollywood-Studios, wie das „Wall Street Journal“ am Montag berichtete. Der Netzwerkgigant kündigte bereits an, dass er bereit sei, Budgets bis zu drei Millionen Dollar (2,7 Mio. Euro) pro Episode in qualitativ hochwertige Shows zu investieren. Das entspricht in etwa dem üblichen Budget für hochwertige Serien, wie sie für das US-Kabelfernsehen produziert werden. Schon im Spätsommer 2017 sollen die ersten Facebook-Produktionen an den Start gehen.

Nicole Byer aus der MTV-Comedy "Loosley Exactly Nicole"

APA/AFP/Getty Images/Nicholas Hunt

Nicole Byer spielt die Hauptrolle der Facebook-Serie „*Loosely Exactly Nicole“

Sundance-Serie bereits angekauft

Angekauft hat Facebook bereits Mia Lidowskys in Sundance präsentierte Beziehungsserie „Strangers“, in Produktion befindlich ist die Spieleshow „Last State Standing“. Weiterführen will Facebook laut „Wall Street Journal“ außerdem die ursprünglich auf MTV gestartete und nach Season 1 nicht weitergeführte MTV-Serie „*Loosely Exactly Nicole“ um den täglichen Überlebenskampf einer schwarzen Schauspielerin in Hollywood.

Als Zielgruppe nennt das „Wall Street Journal“ Internetznutzer zwischen 13 und 34 Jahren, mit einem Fokus auf Altersgruppe von 17 bis 34 - an sie richten sich die Werbeeinschaltungen, die Facebook bei Formaten ab 30 Minuten Länge plant.

Netzserien - Hollywoods heißestes Ding

Internetserien gelten derzeit als Hollywoods heißestes Ding: Auch Apple startete letzte Woche seine erste Originalserie, die Reality-Show „Planet of the Apps“: In diesem Format haben junge App-Entwickler auf einem Laufband stehend 60 Sekunden Zeit, um eine Prominentenjury von ihren Projekten zu überzeugen.

Zur Entwicklung dieser und anderer Formate warb Apple die ehemaligen stellvertretenden Geschäftsführer von Sony Pictures Television, Jamie Erlicht und Zack Van Amburg, ab, die zukünftig die eigene Videoplattform leiten sollen. Ab August soll auch ein eigenes halbstündiges Spin-off des vor allem im Netz erfolgreichen CBS-Formats „Carpool Karaoke“ mit James Corden starten.

Konkurrenz erweitert Serienangebot

Netzanbieter, die ohnehin auf Filme und Serien spezialisiert sind, wie Netflix, erweitern unterdessen ihr Angebot. Seit Herbst 2016 ist auf Netflix auch der Download ausgewählter Produktionen möglich, um sie auch offline - etwa während einer Zugsfahrt mit instabiler Internetverbindung - sehen zu können.

Zugleich experimentiert auch Netflix, das immer stärker auf selbst produzierte Inhalte setzt, mit neuen Formaten. Am Dienstag vergangener Woche ging die erste interaktive Folge einer Kinderserie („Der gestiefelte Kater und das Magische Buch“) online. Ein Testballon, um zukünftig weitere interaktive Formate auch für Erwachsene anbieten zu können.

Videoserien auf Profile der User zugeschnitten

Gegen diese Konkurrenz muss sich Facebook nun behaupten: Der Netzgigant hat dabei den Vorteil, dass er auf die persönlichen Profile seiner User zugreifen kann und diese zukünftig auch nutzen will, um gezielt Inhalte anzubieten.

Während Facebook-Gründer und CEO Mark Zuckerberg seit der Wahl Donald Trumps auf seinem „privaten“ Facebook-Konto in letzter Zeit auf sanft-politische Botschaften setzt und beispielsweise mit Flüchtlingen posiert, sollen sich die zukünftigen Facebook-Serieninhalte politisch zurückhalten: Facebook wolle keine politischen Dramen oder Serien mit Nacktheit oder schmutziger Sprache, heißt es im „Wall Street Journal“.

Szene aus der Netflix-Serie Glow

Netflix

Die feministische Wrestling-Serie „Glow“ beschert Netflix weitere Erfolge

Gerade solche Formate - wie die Netflix-Eigenproduktion „Glow“ um ein weibliches Wrestling-Team, das viel nackte Haut zeigt, oder die hochpolitische Hulu-Serie „The Handmaid’s Tale“ - sind aber derzeit besonders erfolgreich im Netz.

Zugewinne bei Facebook-Aktie

Mit dem Vormarsch von Facebook ins TV-Geschäft wird sich jedenfalls zeigen, wie gut sich Informationen über die Interessen von Zuschauern tatsächlich in den Erfolg von Sendungen ummünzen lassen: Auf die Ankündigung, in Serien zu investieren reagierte die Facebook-Aktie jedenfalls an der Wall Street mit leichten Zugewinnen.

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