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Restlichen Sanktionen aufgehoben

Russland hat am Montag weitere Handelssanktionen aufgehoben, die es nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs vor zwei Jahren gegen die Türkei verhängt hatte. Ein Einfuhrverbot für Tomaten - ein wichtiges Exportgut der Türkei - blieb aber bestehen, wie Ministerpräsident Binali Yildirim mitteilte.

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Es habe „in allen Fragen außer Tomaten“ Fortschritte gegeben. Die Frage der Tomaten brauche noch mehr Zeit, sagte der türkische Ministerpräsident.

Der türkische Vizeregierungschef Mehmet Simsek und sein russischer Kollege Arkady Dworkowitsch unterzeichneten am Rande des Gipfels der Schwarzmeer-Anrainerstaaten in Istanbul ein Abkommen zur Aufhebung „bilateraler Handelsbeschränkungen“.

Zentrales Agrarprodukt für Türkei

Yildirim sagte später, Sanktionen in den Bereichen Bauwirtschaft, Tourismus und Holz würden noch im Mai aufgehoben. Kommende Woche werde zudem das russische Einfuhrverbot für türkische Äpfel, Birnen, Erdbeeren, Gurken und Geflügel fallen.

Bei Tomaten, einem der wichtigsten Agrarprodukte der Türkei, gebe es jedoch noch keine Einigung. Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew sagte laut russischen Medien, Moskau erwarte von Ankara Entgegenkommen für seine Zugeständnisse.

Annäherung seit Sommer des Vorjahres

Das Verhältnis zwischen Ankara und Moskau war auf einen Tiefpunkt gesunken, nachdem die türkische Luftwaffe im November 2015 ein russisches Kampfflugzeug an der syrisch-türkischen Grenze abgeschossen hatte. Moskau verhängte daraufhin eine Reihe von Sanktionen, die unter anderem den türkischen Tourismussektor schwer trafen.

Seit einer Wiederannäherung im vergangenen Sommer wurden nach und nach die meisten Strafmaßnahmen aufgehoben. Obwohl die beiden Staaten im Syrien-Konflikt weiterhin auf unterschiedlichen Seiten kämpfen, haben sie auch ihre Kooperation verstärkt, um eine friedliche Beilegung des blutigen Bürgerkriegs zu erreichen.

Tomateneinfuhrverbot nun auch für Irak

Unterdessen verhängte der Irak am Montag ein Einfuhrverbot für türkische Tomaten, um seinen eigenen Markt zu schützen, wie die Zeitung „Daily News“ unter Berufung auf das Wirtschaftsministerium in Ankara berichtete. Türkische Landwirte hatten ihre Tomaten wegen des russischen Importverbots zuletzt vermehrt in andere Länder exportiert.

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