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Heftige Unwetter über Europa

In der Nacht auf Samstag haben Sturm und starke Regenfälle für unzählige Schäden in Österreich und Teilen Deutschlands gesorgt. Die Einsatzkräfte mussten Hunderte Male ausrücken. In Niederösterreich kam bei Aufräumarbeiten ein Mann ums Leben.

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Nach dem zuvor hochsommerlichen Freitag, an dem erstmals in Österreich die 30-Grad-Marke überschritten wurde, sorgten in der Nacht heftige Unwetter in weiten Teilen Österreichs für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr. Vor allem im Osten des Landes wird von „Einsätzen im Sekundentakt“ berichtet.

Ein Toter in Niederösterreich

Im niederösterreichischen Stephanshart (Bezirk Amstetten) kam ein Pensionist ums Leben, als er eine Straße freiräumen wollte. Der 80-jährige Mann wollte einen umgestürzten Baum beseitigen und sei dabei von einem Pkw erfasst und zu Boden geschleudert worden, so der Sprecher des Bezirksfeuerwehrkommandos Amstetten.

Im Bezirk Tulln musste die Feuerwehr eine Motorjacht flottmachen. Das neun Tonnen schwere Boot dürfte wegen des heftigen Sturms in der Nacht unbemerkt abgetrieben und auf eine Sandbank aufgelaufen sein, berichtete ein Sprecher des Landesfeuerwehrkommandos. 35 Helfer mussten ausrücken. In St. Pölten wurden Absperrgitter für den Ironman-Wettbewerb umgerissen. Mehr dazu in noe.ORF.at

Feuerwehrleute beim Sichern eines losgerissenen Bootes

APA/FF Kritzendorf

Die freiwilligen Feuerwehren Korneuburg und Kritzendorf zogen die aufgelaufene Jacht zurück ins Wasser

In Wien vermeldete die Berufsfeuerwehr rund 90 Einsätze in der Nacht auf Samstag. Verletzt wurde durch den Sturm niemand. Großteils wurden lose Äste gesichert, gelockerte Dachziegel fixiert und umgestürzte Bäume entfernt. Auch Plakatwände, Bauzäune und zum Teil umgestürzte Gerüste mussten wieder befestigt werden. In Wien-Floridsdorf stürzte ein Baum auf zwei unbesetzte Autos. Mehr dazu in wien.ORF.at.

Maibäume umgeknickt

Die am Freitagabend eingetroffene Regen- und Kaltfront löste auch in Oberösterreich Daueralarmierungen bei den Feuerwehren aus. Etwa 200 Einsätze wurden laut Landeswarnzentrale wegen unterschiedlicher Sturmschäden geleistet. Geknickte Bäume und herabfallende Äste sorgten für unterbrochene Stromleitungen und Behinderungen im Straßenverkehr.

Die Feuerwehr sichert den Maibaum in Grieskirchen

FF Grieskirchen

Die Feuerwehr musste den Maibaum in Grieskirchen (Oberösterreich) sichern

In Traun und Steyr stürzten Bäume in die Oberleitung der ÖBB und begannen zu rauchen. Die Feuerwehr berichtete von einigen Maibäumen, die durch den starken Wind umknickten. Auch in Salzburg mussten die Feuerwehren rund 20-mal ausrücken. Zeitweise kam es zu Stromausfällen. Mehr dazu in ooe.ORF.at und salzburg.ORF.at

Auf dem Attersee mussten am Freitag zwei Frauen von der Wasserrettung gerettet werden. Trotz Sturmwarnung waren sie in einem kleinen Boot auf dem See unterwegs und konnten aus eigener Kraft nicht mehr ans Ufer zurückkehren. Mehr dazu in ooe.ORF.at

Passagiere saßen auf Flughafen fest

Gewitter, Stürme und Regenschauer haben in der Nacht auf Samstag auch in großen Teilen Deutschlands heftig gewütet. Im Bundesland Thüringen entgleiste ein Regionalzug. Er fuhr in eine Schlammlawine, die nach einem Unwetter auf die Gleise gerutscht war, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. Nach Angaben der Polizei wurden sieben Menschen leicht verletzt.

Ein Unwetter über Hamburg bescherte fast 140 Flugreisenden eine Nacht auf Feldbetten am Hamburger Flughafen. „15 Abflüge und 14 Ankünfte von Maschinen mussten gestrichen werden“, sagte eine Flughafensprecherin. Von den gestrichenen Abflügen waren rund 1.500 Passagiere betroffen, die meisten seien aber wieder nach Hause gegangen oder hätten in Hotels übernachtet. Zeitweise mussten Passagiere während des Gewitters auch in gerade gelandeten Maschinen ausharren. „Wenn wir Blitzwarnungen haben, dürfen unsere Mitarbeiter nicht aufs Rollfeld und weiter abfertigen, und die Fluggäste dürfen auch nicht aussteigen. Das ist zu gefährlich.“

In Sachsen-Anhalt führten die Regenmassen in der Nacht zu Überschwemmungen. Auch in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Osten Niedersachsens gab es sehr viel Regen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtete. Örtlich seien bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen, auch von Hagel wurde berichtet.

Trübes Wochenende statt frühsommerlicher Hitze

Während sich die Unwetter im Großteil Österreichs mittlerweile gelegt haben und die Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten beschäftigt ist, ist momentan nicht mit einer Rückkehr der frühsommerlichen Temperaturen zu rechnen. Die ORF-Wetterredaktion rechnet mit Regenschauern in Westösterreich und weiterhin lebhaftem bis kräftigem Wind in der Osthälfte des Landes. Die Temperaturen erreichen zwischen 11 und 19 Grad, im Süden werden immerhin bis zu 23 Grad erwartet.

Am Sonntag soll es in der Früh im Osten teils kräftig regnen, tagsüber lockert das Wetter dann aber zunehmend auf. Der Nachmittag verläuft österreichweit trocken, auch die Sonne wird sich zeitweise blicken lassen. Der lebhafte, teils stürmische Wind im Osten hält jedoch weiter an. Mit mehr als 21 Grad wird erneut nur im Süden zu rechnen sein.

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