Griechenland schiebt erneut Flüchtlinge in die Türkei ab
Griechenland hat in Kooperation mit der europäischen Grenzschutzagentur Frontex seit Mittwoch insgesamt 71 Flüchtlinge in die Türkei zurückgeschickt. 22 Flüchtlinge wurden gestern von der Insel Lesbos im Osten der Ägäis zum türkischen Hafen Dikili gebracht. Am Vortag und am Mittwoch waren 49 Flüchtlinge von den Inseln Kos und Chios in die Türkei zurückgeschickt worden, wie die Polizei heute mitteilte. Die Abschiebungen erfolgen im Rahmen des Flüchtlingspakts zwischen der EU und der Türkei.
Das Abkommen sieht vor, dass alle illegal in Griechenland eingereisten Schutzsuchenden in die Türkei abgeschoben werden. Ausgenommen sind Asylwerber, die nachweisen können, dass sie in der Türkei verfolgt werden. Für jeden zurückgeschickten syrischen Flüchtling darf seit dem 4. April vergangenen Jahres ein anderer Syrer aus der Türkei legal und direkt in die EU einreisen.
Bisher wurden nach griechischen Polizeiangaben 1.165 Menschen auf dieser Grundlage zurück in die Türkei geschickt. Weitere 1.196 Menschen wurden aufgrund eines bilateralen Rückführungsabkommens Athens mit Ankara in die Türkei zurückgebracht. 1.088 Personen wurden im Rahmen eines freiwilligen Rückführungsprogramms in Kooperation mit der Internationalen Organisation für Migration (IOM) direkt aus Griechenland in ihre Herkunftsländer abgeschoben, teilte die Polizei in Athen weiter mit. Auf den Ostägäis-Inseln harren zurzeit knapp 13.900 Flüchtlinge aus.