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USA sehen Provokation

Erneut ist ein Raketentest Nordkoreas gescheitert. Die Rakete, die laut US-Kreisen am Freitag aus der Region nördlich der Hauptstadt Pjöngjang abgefeuert wurde, habe laut dem Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte eine Höhe von höchstens 71 Kilometern erreicht und sei dann in der Luft zerbrochen. Es ist der vierte gescheiterte Start seit März und der zweite im April.

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Bei dem Kriegsgerät habe es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete vom Typ KN-17 gehandelt. Auch das US-Pazifikkommando bestätigte den Start der Rakete, „die nordkoreanisches Territorium nicht verlassen“ habe. In US-Regierungskreisen hieß es, der verbotene Test der ballistischen Rakete sei eine Provokation, die vor der Wahl in Südkorea am 9. Mai erwartet worden sei.

Trump warnt vor „großem, großem Konflikt“

Aus US-Kreisen wurde weiter verlautet, die Regierung in Washington könnte nun weitere Kriegsschiffe und Kampfjets in die Region verlegen. Trump hatte wenige Stunden vor dem Test in einem Interview gewarnt, es könne am Ende zu einem „großen, großen Konflikt“ mit Nordkorea kommen. Er wolle die Angelegenheit „diplomatisch lösen“, das sei aber „schwer“.

Auch ein Militärschlag scheint nicht mehr ausgeschlossen zu sein. Zuletzt hatte das Atom-U-Boot „Michigan“ in Südkorea angelegt, nach US-Angaben hat der Marineverband um den Flugzeugträger „Carl Vinson“ Kurs auf Korea genommen. Am Samstag kam der französische Hubschrauberträger „Mistral“ zu Übungen in Japan an. An Bord befinden sich auch Hubschrauber aus Großbritannien.

„Chinas Präsidenten nicht respektiert“

Trump könnte zudem China erneut zu einem schärferen Vorgehen gegen Nordkorea drängen. Er erklärte auf Twitter, Nordkorea habe die Wünsche Chinas „und dessen hoch angesehenen Präsidenten“ Xi Jinping nicht respektiert. „Schlecht!“ Die Regierung in Peking hatte zuletzt vor einer Eskalation gewarnt und alle Beteiligten zu Zurückhaltung aufgefordert. Auch sie hat sich gegen Nordkoreas Atomprogramm ausgesprochen.

Der südkoreanische Experte Kim Dong Yub von der Universität Kyungnam sagte am Samstag zu dem Test, möglicherweise hätten die nordkoreanischen Entwickler trotz der kurzen Flugzeit die gewünschten Daten erhalten und dann die Rakete selbst gesprengt, um China nicht weiter zu provozieren. Auch Japan reagierte mit „heftigem Protest und Kritik“ auf den Raketenabschuss, wie Regierungssprecher Yoshihide Suga nach einem Treffen der Sicherheitskabinetts in Tokio sagte.

Tillerson warnt vor Atomangriffen auf Seoul und Tokio

Der Sicherheitsrat hat seit 2006 eine Serie von Resolutionen gegen Nordkorea erlassen und verurteilt regelmäßig dessen Atom- und Raketentests. Die Regierung in Pjöngjang treibt ungeachtet dessen die Entwicklung auf beiden Gebieten voran. US-Außenminister Rex Tillerson hatte erst am Freitag im Rat schärfere Sanktionen gegen Nordkorea verlangt und vor „katastrophalen Konsequenzen“ gewarnt, sollten die Programme nicht eingedämmt werden.

Karte Nordkorea mit Atomtestgebieten und Raketenbasen, Raketen mit Reichweiten

Grafik: ORF.at; Quelle: APA/BBC

Er warnte zudem vor einem Atomangriff Nordkoreas auf Seoul und Tokio. Der US-Regierung zufolge ist es zudem nur eine Frage der Zeit, bis Nordkorea auch das Festland der USA angreifen kann. China und Russland warnten vor den verheerenden Konsequenzen eines militärischen Eingreifens. Der chinesische Außenminister Wang Yi sagte bei der Sitzung in New York, eine militärische Reaktion löse nicht das Problem und werde „nur zu größeren Katastrophen“ führen. Verhandlungen seien die „einzig richtige Wahl“.

Kein NATO-Engagement

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg schloss ein Engagement des Militärbündnisses im Nordkorea-Konflikt aus. „Ich habe vergangene Woche viele Stunden im Weißen Haus verbracht, und ich kann versichern, dass es keinerlei Debatte über eine Rolle der NATO hinsichtlich Nordkorea gab“, sagte Stoltenberg der deutschen Zeitung „Welt am Sonntag“.

Der NATO-Chef warf der nordkoreanischen Führung vor, mit ihrem Vorgehen die gesamte Region zu destabilisieren. „Die NATO verurteilt Pjöngjangs unverhohlenen und anhaltenden Verstoß gegen UNO-Resolutionen“, sagte der ehemalige norwegische Ministerpräsident. „Unser stärkster Verbündeter, die USA, sind jetzt in der Region aktiv, sie haben Truppen in Südkorea und bauen jetzt ein Thaad-Raketenabwehrsystem dort auf.“

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