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Im Atlantik wartet die Liebe

Das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX will erstmals einen Satelliten mit einer wiederverwendeten Antriebsrakete ins Weltall schicken. Die Rakete soll in der Nacht auf Freitag vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida starten, teilte das Unternehmen von Milliardär und Technikinvestor (PayPal, Tesla) Elon Musk mit.

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SpaceX spricht von einem „historischen Meilenstein“. Das Raketenrecycling war der Gründungsgedanke des Unternehmens. Ein Großteil der Kosten von Raummissionen entfällt auf die bisher „verheizten“ Raketenstufen, das war auch früher beim Spaceshuttle der NASA nicht anders. Im April 2016 gelang es SpaceX erstmals, die Trägerrakete heil auf einer Plattform im Meer zum Landen zu bringen. Nun soll diese Rakete wieder abheben.

Alle dürfen zuschauen

Wie immer hält sich Musk nur dort, wo es unbedingt sein muss, mit kostspieligen Testflügen auf. Die am Donnerstag bereits startklar auf dem historischen US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral positionierte „Falcon 9“-Rakete soll einen kommerziellen Satelliten des Produzenten SES in die Erdumlaufbahn bringen, der Lateinamerika mit Telekommunikationssignalen versorgen soll. Diese Aufgabe soll 32 Minuten nach dem Start erledigt sein.

Space-X-Rakete in Cape Canaveral

APA/AP/Orlando Sentinel/Red Huber

Mitte Februar musste ein Raketenstart in Cape Canaveral in letzter Minute wegen technischer Probleme abgesagt werden

Die erste Möglichkeit zum Start ergibt sich laut dem detaillierten Missionsplan von SpaceX ab Freitag um 0.27 Uhr (MEZ, Donnerstag, 18.27 Uhr Ortszeit) Das Zeitfenster für einen Start dauert zweieinhalb Stunden, eine zweite Möglichkeit gibt es 48 Stunden später. Am Donnerstag vermeldete das Unternehmen, alle Vorbereitungstests seien erfolgreich verlaufen. Wie immer zuletzt begleitet SpaceX den Flug mit PR in Sozialen Netzwerken und einem Webcast.

Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen

Schon vor dem Start konnte man im Internet den detaillierten „Mission Overview“ für die „Falcon 9“-Rakete einsehen, in dem sekundengenau alle entscheidenden Punkte aufgelistet sind, vom Start des Countdown eine Stunde und 18 Minuten vor dem Start bis zum Absetzen des Satelliten eine Stunde, 50 Minuten und drei Sekunden später. Die heikelste Phase der Mission ist dann aber schon vorbei: Denn die Landung der Trägerrakete auf der Atlantikplattform soll laut Zeitplan eine Stunde, 26 Minuten und 32 Sekunden nach dem Start über die Bühne gehen.

Space-X-Rakete in Cape Canaveral

APA/AP/Orlando Sentinel/Red Huber

SpaceX ist seit zwei Jahren Hausherr auf jenem Startplatz, wo schon die Apollo-Missionen der 60er Jahre begannen

Der Transport von Satelliten und anderer Fracht ins All ist für SpaceX inzwischen Routine. Schon 2012 beförderte SpaceX als erste Privatfirma mit einer „Falcon 9“ einen Raumfrachter zur Internationalen Raumstation (ISS). SES als diesmaliger Kunde von Musk riskiert also nicht mehr als mit jedem anderen Weltraumspediteur. Dass die Raketenstufe auch wieder ganz landen soll, ist allein Musks „Privatvergnügen“ - und sein privates Risiko.

Musk will nichts versprechen

Erst einmal gelang es, die Raketenstufe wieder heil auf die schwimmende Atlantikplattform mit dem klingenden Namen „Of Course I Still Love You“ (Natürlich liebe ich dich immer noch) zurückzubringen. Davor waren mehrere Landeversuche auf einer schwimmenden Plattform gescheitert. Raketenlandungen von Blue Origin, dem Weltraumprojekt von Amazon-Chef Jeff Bezos, sind damit nur bedingt vergleichbar, da dessen Raketen nur an den Rand des Alls vorstoßen und damit ganz anders gebaut werden können.

Zum heikelsten Teil des Flugs heißt es im „Mission Overview“ ebenso einsilbig wie vorsichtig, nach dem Absetzen des Satelliten werde die erste Stufe der Rakete auf der Seeplattform eine „Landung versuchen“. Sollte das tatsächlich gelingen, wäre Musk seinem Ziel einen entscheidenden Schritt näher: jeden einzelnen Weltraumtransport um rund zwölf Millionen Dollar (elf Mio. Euro) billiger zu machen als die Konkurrenz - und sich damit auf einen Schlag aller Konkurrenz zu entledigen.

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