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Arbeitsmarkt unter der Statistik-Lupe

Im Jahr 2016 hat es in Österreich 4,22 Millionen Erwerbstätige und 270.000 Arbeitslose gegeben. Von den Erwerbstätigen waren 3,68 Millionen Menschen unselbstständig beschäftigt. Im Vergleich zu 2011 sind das um 167.800 Erwerbstätige mehr. Der Zuwachs konzentrierte sich auf Unselbstständige und erfolgte nahezu ausschließlich im Teilzeitbereich.

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Die Erwerbstätigenquote stieg von 2011 von 71,1 auf 71,5 Prozent im Jahr 2016, berichtete die Statistik Austria am Mittwoch. Der Anstieg der Zahl der Beschäftigten verteilte sich auf 95.800 Frauen und 72.000 Männer. Die Teilzeitquote erhöhte sich insgesamt von 25,3 auf 28,7 Prozent. Zwischen Männern und Frauen gab es große Unterschiede.

Jede zweite Frau in Teilzeit

Während 11,8 Prozent der Männer teilzeitbeschäftigt waren, waren es bei Frauen 47,7 Prozent. Damit war jede zweite Frau in Teilzeit. Die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen nahm gegenüber 2011 sogar leicht ab. Teilzeit ist vor allem ein Thema bei Kinderbetreuung. Frauen, die Kinder unter 15 Jahren haben, arbeiten - laut Erhebung von 2014 - sogar zu 67,3 Prozent in einem Teilzeitjob. Die Problematik hat nicht nur einen Anteil an den Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen, sondern setzt sich auch mit geringeren Einzahlungen in die Pensionsversicherung fort.

Grafik zur Teilzeitarbeit in Österreich

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Statistik Austria

Mehr Ältere beschäftigt

Im Vergleich zu 2015 gab es 2016 insgesamt 74.300 Beschäftigte mehr - plus 43.500 in Teilzeit und plus 30.800 in Vollzeit. Einen Anstieg innerhalb der Gruppe der unselbstständig Beschäftigten gab es bei Frauen, Männern, Älteren und Ausländern. 2016 waren um 35.200 Frauen, 39.100 Männer, 41.500 über 55-Jährige und 50.500 mehr ausländische Staatsangehörige beschäftigt als im Jahr davor. Vor allem bei den Älteren war der Anstieg auf österreichische Staatsbürger konzentriert. Der Anstieg bei ausländischen unselbstständig Erwerbstätigen war vor allem bei den Jüngeren zu verzeichnen.

Neue Jobs in Gesundheit und Gastronomie

Im vergangenen Jahr gab es die meisten neuen Jobs in der Gruppe „Gesundheits- und Sozialwesen“ mit 15.300 Jobs und „Beherbergung und Gastronomie“ mit 15.200 Stellen, wo vor allem Vollzeitjobs entstanden. Der Anstieg um 11.900 Jobs im Bereich „Information und Kommunikation“ teilte sich hingegen auf Teilzeit- und Vollzeitstellen auf.

Grafik zur Teilzeitarbeit in Österreich

Grafik: APA/ORF.at; Quelle: APA/Statistik Austria

Mehr Arbeitslose, mehr offene Stellen

Die 270.000 Arbeitslosen nach internationaler Definition entsprechen einer Arbeitslosenrate von 6,0 Prozent im Vorjahr. Im Jahr 2015 gab es in Österreich 251.800 Menschen ohne Job, was einer Quote von 5,7 Prozent entsprach. Den Arbeitslosen im Vorjahr standen 72.800 offene Stellen zur Verfügung, 2015 hatte es 66.600 freie Stellen gegeben. Die Arbeitslosigkeit stieg sowohl bei Frauen als auch Männern, ohne dass sie sich auf eine bestimmte Altersgruppe fokussiert hätte.

Unterschiedliche Berechnungsarten

Die Zahl der beim Arbeitsmarktservice (AMS) registrierten Arbeitslosen lag im Vorjahr bei 357.300 Personen. Die Arbeitslosenrate nach nationaler Berechnung betrug somit 9,1 Prozent. Sowohl Zahl als auch Quote entsprechen den Werten aus dem Jahr 2015.

Dass es nach der internationalen Definition einen Anstieg gab, nach der nationalen aber nicht, erklärt sich laut Statistik Austria so: Es gab eine Zunahme bei jenen Personengruppen, die nicht beim AMS als arbeitslos registriert sind, jedoch nach internationaler Definition als arbeitslos gezählt werden. Das sind etwa erstmals Arbeitsuchende. Definitionsbedingt liegt sowohl die Zahl der beim AMS registrierten Arbeitslosen als auch die nationale Arbeitslosenquote deutlich über dem Niveau der von der Statistik Austria erhobenen Zahlen nach internationaler Definition, so die Statistik Austria.

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