74 tote Flüchtlinge an libyscher Küste angespült
An der libyschen Küste sind erneut viele Leichen von verunglückten Flüchtlingen angespült worden. 74 Leichen seien gefunden worden, sagte der regionale Sprecher der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC), Stephen Ryan, der dpa heute.
Man habe entsprechende Informationen und Fotos des libyschen Roten Halbmonds erhalten. Die genauen Hintergründe des Vorfalls blieben zunächst unklar.
Immer wieder sterben Flüchtlinge bei dem Versuch, Europa vom chaotischen Libyen aus in teilweise schrottreifen Booten zu erreichen. 2016 wagten mehr als 180.000 Menschen die riskante Überfahrt - Tausende ertranken im Mittelmeer.
Situation laut EU „besser im Griff“
EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos findet dennoch, dass die EU besser für einen Andrang von Flüchtlingen über die Mittelmeer-Route gewappnet sei als im vergangenen Jahr. „Wir müssen zumindest sagen, dass wir die Situation besser im Griff haben“, sagte Avramopoulos bei einem Treffen mit dem deutschen Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) in Berlin.
Die Lage in Libyen habe sich „etwas verbessert“, auch wenn das nordafrikanische Land weiter kein stabiler Staat sei. Die EU-Kommission stehe bereit, der italienischen Regierung nötigenfalls „Hilfestellung“ zu leisten. Ein überwiegender Teil der Flüchtlinge - im Vorjahr 181.000 Menschen - erreichen die EU über Italien, viele werden von der italienischen Marine aus dem Mittelmeer gerettet.