Kern hält Westbalkan-Zollunion für „hochinteressant“
Der serbische Ministerpräsident Aleksandar Vucic hat eine Zollunion der sechs EU-Beitrittskandidatenländer auf dem Westbalkan vorgeschlagen. „Damit würden wir unsere Staaten einander näher bringen“, sagte Vucic heute nach einem Treffen mit Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) in Belgrad. Das auf der Freihandelszone CEFTA aufbauende Projekt solle dazu führen, „dass unsere Lastwagen nicht mehr 20 Stunden an den Grenzen verbringen, sondern nur noch zwei bis drei Stunden“.
Für schnellen EU-Beitritt
Kern bezeichnete den Vorschlag als „hochinteressant“ und signalisierte volle Unterstützung. „Das ist ein Weg, den Wohlstand in der Region zu erhöhen.“
Der Bundeskanzler bekräftigte seine Forderung nach einem raschen EU-Beitritt Serbiens und appellierte an andere Mitgliedsstaaten, nicht auf der Bremse zu stehen. Kern würdigte den serbischen Ministerpräsidenten als „Mann des Ausgleichs und des Friedens“ und lobte die „enormen Anstrengungen“ des Landes in der Migrationspolitik. „Österreich profitiert hier ganz enorm davon.“ Auch diesbezüglich sprach sich der Kanzler für größere EU-Zuwendungen an Serbien aus. Bisher habe das Land nämlich „relativ bescheidene Zuwendungen von der EU bekommen.“ Vucic sei nämlich „ein nobler Mensch, der nie um etwas bittet“.
Österreich wird technisches Gerät liefern
Österreich werde nach der Entsendung von 20 Polizisten zu Jahresbeginn ab März auch technisches Gerät wie Nachtsichtgeräte liefern, kündigte Kern an.
Vucic sagte, dass Österreich Serbien besser als andere Staaten verstehe. Er hoffe, dass die Unterstützung Österreichs für Serbien „noch zunehmen wird in nächster Zeit“.