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Mehrheit kennt Girokontokosten nicht

Die Einführung von Bankomatgebühren würde die Mehrheit der Karteninhaber nicht gleichgültig hinnehmen. Sie würde aber eher zu einer Änderung des Nutzerverhaltens als zu einem Kontowechsel führen, stellt die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) in ihrer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahmen zu den Bankomatgebühren fest.

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Da die Mehrheit der Kunden die monatlichen Kosten ihres Girokontos nicht kenne, sei bei Einführung von Bankomatgebühren nicht damit zu rechnen, dass die Kunden ihre Bank wechseln, so die BWB.

9.000 Bankomaten in Österreich

In Österreich gibt es rund 9,8 Millionen Bankomatkarten, 9.000 Bankomaten und rund 120.000 Bankomatkassen. Im Schnitt wurde 2015 pro Monat und Karte 2,5-mal Geld bei Bankomaten behoben und 4,2-mal mit der Karte bezahlt. Durchschnittlich wurden pro Transaktion 164 Euro behoben bzw. 47,6 Euro am Bezahlterminal bezahlt. Die Zahl der Geldbehebungen blieb seit 2012 unverändert, bezahlt wurde häufiger. Pro Bankomat und Monat kam es zu 2.713 Transaktionen. Die Zahl ist in den letzten Jahren leicht gestiegen.

Laut der von der BWB für ihre Stellungnahme durchgeführten Kundenbefragung würden 74 Prozent nach Möglichkeit einen bankeigenen Geldausgabeautomaten aufsuchen, um sich die Gebühren bei Fremdbehebungen zu ersparen. 27 Prozent würden öfter bargeldlos bezahlen als bisher, 21 Prozent gaben an, pro Transaktion mehr Geld als bisher abzuheben. Nur sechs Prozent gaben an, ihr Abhebeverhalten nicht zu ändern. Vier Prozent machten keine Angaben.

Unkenntnis auch über eigenes Kontomodell

2015 erfolgten von den rund 250 Millionen Bankomatbehebungen über 50 Prozent bankintern, 38 Prozent im PSA-System der österreichischen Banken und nur zehn Prozent über die Schnittstelle der internationalen Kartennetzwerke. Da rund 20 Prozent der Befragten nicht wissen, ob sie bereits Behebungsentgelte bezahlen, und mehr als 50 Prozent die Kosten ihres Girokontos nicht kennen, seien diese Reaktionen mit Vorsicht zu interpretieren, so die BWB.

Nach den Gebühren für ihr Girokonto befragt, gaben 16 Prozent an, über ein gebührenfreies Konto zu verfügen. 36 Prozent bezahlen eine Pauschalgebühr. Acht Prozent verfügen über ein Konto, bei dem jede Buchungszeile abgerechnet wird. 23 Prozent gaben an, erst ab einer gewissen Anzahl von Buchungen extra bezahlen zu müssen. Ein relativ großer Prozentsatz von 18 Prozent kennt sein Kontomodell nicht genau.

Die Höhe der monatlichen Kosten ihres Girokontos bezifferten 20 Prozent mit gratis, 16 Prozent mit bis zu fünf Euro, 32 Prozent mit bis zu 10 Euro, 15 Prozent mit bis zu 15 Euro, sechs Prozent mit bis zu 20 Euro und sieben Prozent mit mehr als 20 Euro monatlich. Befragt wurden hier nur Kunden, die die Kosten ihres Kontos genau oder ungefähr kannten.

BWB sieht Marktkonzentration in Bankensektor

Hinsichtlich der Banken spricht die BWB in ihrer Untersuchung von einer erhöhten Marktkonzentration in Österreich. Die Profitabilität des Girokontengeschäftes hat sich im Durchschnitt in den letzten Jahren erhöht und sei mittlerweile höher als die des gesamten Privatkundengeschäftes. Demnach stieg die Bruttogewinnmarge im Girokontenbereich im gewichteten Durchschnitt von 26 Prozent 2012 auf 30 Prozent 2015, jene im Privatkundengeschäft blieb bei 26 Prozent.

Die Gebühren im Girokontenbereich seien wenig transparent und ein Kontenwechsel mit einem hohen Such- und Organisationsaufwand verbunden. Oft sei die Vergabe von Krediten an ein Girokonto bei derselben Bank gebunden. Der Wettbewerb im Girokontengeschäft sei gering.

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