„Vielleicht können wir einige retten“
An der Küste Neuseelands sind am Samstag (Ortszeit) erneut an die 200 Wale gestrandet. Hunderte Helfer versuchten vergeblich, die Tiere bei Farewell Spit, einer Landzunge im äußersten Norden der neuseeländischen Südinsel, im Wasser zu halten. Bereits am Tag zuvor waren an derselben Stelle mehr als 400 Grindwale gestrandet. Die meisten von ihnen verendeten.
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Am Samstag war es den Helfern zunächst gelungen, rund hundert überlebende Tiere der ersten Strandung nach Einsetzen der Flut wieder ins Wasser zu bugsieren. Die Wale schlossen sich jedoch einer zweiten Gruppe von rund 200 Grindwalen an, die sich ebenfalls vor der Küste versammelt hatte. Trotz einer Haiwarnung wateten die Helfer bis zum Hals ins Wasser, um mit einer Menschenkette eine erneute Strandung zu verhindern.
Tierschützer wenig optimistisch
Bei Einbruch der Dunkelheit entschied die Naturschutzbehörde aus Sicherheitsgründen, die Tiere am Strand an der Golden Bay vorerst sich selbst zu überlassen. Trotz „größter Bemühungen“ aller Helfer seien die 200 Grindwale bei Ebbe aber schließlich auch gestrandet, sagte der Behördensprecher Herb Christophers. „Vielleicht können wir einige der gestrandeten Wale retten“, fügte er hinzu. Vermutlich könnten aber nicht alle Tiere zurück ins offene Meer geleitet werden.

APA/AFP/Marty Melville
Mit bloßen Händen versuchten die Helfer, die Tiere zu kühlen und so am Leben zu erhalten
Auch eine erneute Strandung der Tiere könne nicht ausgeschlossen werden. Rund 20 Wale, die im Laufe des Tages an Land kamen, wurden bereits eingeschläfert. Je höher die Zahl der toten Tiere, desto geringer auch die Chancen der anderen: „Die Toten, die herumtreiben, versperren ihnen den Weg ins offene Meer", hatte der Regionaldirektor des Umweltschutzministeriums, Andrew Lamason, bereits nach der ersten Strandung gegenüber dem neuseeländischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gesagt.
Haiangriff als mögliche Ursache
An den Küsten Neuseelands stranden immer wieder Wale. Warum die Meeressäuger die Orientierung verlieren, ist unklar. Vermutlich folgen sie einem verirrten oder kranken Tier in seichtes Gewässer. Warum die große Grindwal-Gruppe am Samstag strandete, ist nach Angaben von Umweltschützern ebenfalls unklar. Die Naturschutzbehörde vermutet, dass die Wale aus Angst vor Haien ins seichte Wasser geschwommen sein könnten.
Vor Farewell Spit gebe es Weiße Haie, und an einem der verendeten Wale seien Bisswunden gefunden worden, sagte der Behördenvertreter Mike Ogle im Rundfunksender Radio New Zealand. Möglicherweise reagierten die nun hinzugekommenen Tiere auf Rufe ihrer am Freitag gestrandeten Artgenossen, wie Daren Grover von der an der Rettung beteiligten Tierschutzgruppe Project Jonah sagte.

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Je größer die Entfernung vom Strand, desto besser die Chancen der Helfer
Größte Massenstrandung bisher im Jahr 1918
Grindwale werden bis zu sechs Meter lang. Sie sind die häufigste Walart in neuseeländischen Gewässern. Die größte Massenstrandung von Grindwalen in Neuseeland gab es 1918, als auf der abgelegenen Insel Chatham tausend Säuger landeten. 1985 strandeten 450 Grindwale in Auckland. An der Landzunge Farewell Spit, die rund 150 Kilometer westlich der Touristenstadt Nelson liegt, gab es in den vergangenen zehn Jahren mindestens neun Massenstrandungen.
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