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Bereits Dutzende Grippetote

Wegen der seit Wochen anhaltenden schweren Grippewelle hat Frankreichs Staatschef Francois Hollande eine Krisensitzung abgehalten. An dem Treffen im Pariser Elysee-Palast nahmen am Donnerstag unter anderen Gesundheitsministerin Marisol Touraine und der Chef der Pariser Krankenhäuser, Martin Hirsch, teil, wie die Präsidentschaftskanzlei mitteilte.

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Seit Beginn der Grippewelle Anfang November wurden laut offiziellen Angaben 627 Menschen mit schweren Grippesymptomen in französische Krankenhäuser eingeliefert, 52 von ihnen starben. Insgesamt suchten mehr als 780.000 Menschen ihren Hausarzt auf. Besonders ältere Menschen sind betroffen, da bei ihnen die Immunabwehr nicht mehr so stabil ist. Für Aufsehen sorgte der Fall eines französischen Seniorenheims in Lyon im Osten des Landes. Dort starben innerhalb von zwei Wochen 13 Bewohner an der Grippe.

Die Französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine

APA/AFP/Guillaume Souvant

Gesundheitsministerin Marisol Touraine macht sich in einem Spital ein Bild

Spitäler sollen Operationen verschieben

Die Regierung richtete einen dringenden Appell an die Krankenhäuser. Touraine forderte am Mittwoch in Paris, nicht dringend notwendige Operationen zu verschieben, um Betten freizumachen. Die Zahl der Kranken sei in diesem Jahr besonders hoch, so Touraine. Im Gesundheitsministerium wird unter anderem diskutiert, Impfungen für das Pflegepersonal verpflichtend zu machen. Nach Schätzungen sind höchstens ein knappes Drittel der Ärzte, Krankenpfleger und anderen Betreuer geimpft. Die Gesundheitsbehörden rechnen damit, dass die Grippewelle in der nächsten Woche ihren Höhepunkt erreicht.

Überfüllter Wartesaal

APA/AFP/Guillaume Souvant

Patienten in einem Wartesaal in einem französischen Krankenhaus

Deutschland: Keine Vorhersage möglich

In Deutschland befürchtet man ein Überschwappen der Grippewelle aus Frankreich. Doch ließen sich daraus keine Rückschlüsse auf das Ausmaß der Erkrankungen in Deutschland ziehen. Die im Nachbarland grassierenden Influenzaviren des Subtyps A seien auch in Deutschland dominierend, sagte die Sprecherin des deutschen Robert-Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag-Ausgabe). Das bedeute aber nicht automatisch, dass eine ähnlich schwere Grippewelle zu erwarten sei.

„Da jedes Land ein unterschiedliches Impf- und Immunitätsmuster hat, kann man das schlicht nicht vorhersagen“, sagte Glasmacher der Zeitung. Richtig sei aber, dass dieser Virustyp häufig mit schweren Komplikationen vor allem bei älteren Menschen einhergehe, so Glasmacher weiter.

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