Afghanistan: Ermittlungen gegen Vizepräsidenten

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Afghanistans Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen Vizepräsident Abdul Rashid Dostum wegen der mutmaßlichen Misshandlung, Entführung und Vergewaltigung eines Rivalen eingeleitet. Die Untersuchung der Vorwürfe werde neutral, unabhängig und transparent erfolgen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft gestern mit.

Der einstige Kriegsherr Dostum soll im November seinen Leibwächtern befohlen haben, seinen Rivalen Ahmed Ishchi mehrere Tage lang zu verschleppen, zu foltern und gemeinschaftlich zu vergewaltigen. Ishchi war am Dienstag mit den Vorwürfen an die Öffentlichkeit gegangen. Er wurde nach eigenen Angaben bei einem Buskashi-Turnier, einer Art Polo mit einem Tierkadaver, von Dostums Leuten entführt und fünf Tage lang festgehalten, gefoltert und vergewaltigt.

Dostum wies Vorwürfe zurück

Afghanischen Medienberichten zufolge ließ Ishchi sich nach seiner Freilassung auf dem US-Militärstützpunkt Bagram medizinisch untersuchen. Dostum, ein früherer Milizenführer, dem eine Reihe von Kriegsverbrechen vorgeworfen werden, wies die Vorwürfe als Diffamierung zurück.

Die US-Botschaft in Kabul sowie die EU, Australien und Kanada drangen jedoch auf eine Untersuchung. Der Präsidentenpalast in Kabul sicherte daraufhin zu, den Vorwürfen nachzugehen. Auch Dostums Büro versprach, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Es sprach sich aber dafür aus, die Angelegenheit nicht vor Gericht, sondern über eine traditionelle Schlichtung von Stammesältesten zu „lösen“.