Zu 60 Prozent von China finanziert
Äthiopien hat am Samstag offiziell den Gibe-III-Staudamm am Omo-Fluss eingeweiht. Der Staudamm zählt zu den größten in ganz Afrika. Laut dem äthiopischen Ministerpräsidenten Hailemariam Desalegn soll das Kraftwerk in den nächsten fünf Jahren 15.000 Megawatt erzeugen. Umweltschützer sehen das Projekt kritisch.
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Der Damm, der rund 350 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Addis Abeba liegt, ist mit einer Höhe von 243 Metern der drittgrößte Staudamm Afrikas. Der Bau des umgerechnet 1,5 Milliarden teuren Bauwerks hatte neun Jahre gedauert, finanziert wurde er zu 60 Prozent von der chinesischen Exim-Bank.
Warnung vor Sinken des Wasserspiegels
Umweltschützer und Menschenrechtsorganisationen übten herbe Kritik an dem Projekt. Sie warnen davor, dass der Wasserspiegel am Unterlauf des Omo und im Turkana-See in Kenia durch den Staudamm dramatisch sinken könnte. Das Omo-Tal und der Turkana-See gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.

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An dem Projekt wurde neun Jahre lang gebaut
Die UNO-Kulturorganisation kritisierte das Bauprojekt daher ebenfalls. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) warf der äthiopischen Regierung zudem vor, Hunderttausende Menschen aus dem Omo-Tal zu vertreiben, um das Land mit Hilfe künstlicher Bewässerung für den Zuckerrohranbau zu nutzen.
Hunger nach billiger Energie
Der Staudamm soll Äthiopien zu einem der größten Produzenten und Konsumenten erneuerbarer Energie in Afrika machen, so Regierungsvertreter. Der Damm würde dabei helfen, Hunger nach billiger und erneuerbarer Energie von Äthiopien und den Nachbarbarländern zu stillen.

Reuters/Tiksa Negeri
Das Kraftwerk von Innen
Übertrumpft wird der Gibe-III-Damm noch von einem weiteren äthiopischen Staudammprojekt: Der Renaissance-Damm am Blauen Nil soll bei Fertigstellung im Jahr 2017 eine Leistung von 6.000 Megawatt haben und der größte des Kontinents sein. Das Projekt ist vor allem in Ägypten umstritten, da das Land auf den Nil als Trinkwasserreservoir und für die Bewässerung großer landwirtschaftlicher Flächen angewiesen ist.
Reihe von Infrastrukturbauten
Die beiden Staudämme sind Teil einer Reihe von Infrastrukturprojekten entlang des Omo-Flusses. Reichhaltige Regenfälle speisen die Kraftwerke in der Region mit Wasser. Äthiopiens andere Infrastrukturprojekte sollen vor allem mehr Investitionen aus dem Ausland in das Land bringen.

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Erst im Oktober wurde eine neue Eisenbahnstrecke zwischen der Hauptstadt Addis Abeba und Dschibuti am Roten Meer eingeweiht. Die Züge legen die 750 Kilometer lange Strecke in rund zehn Stunden zurück und sind damit viel schneller als ein Auto auf der ständig verstopften Straße voller Schlaglöcher. Diese Reise dauert in der Regel zwei bis drei Tage.
Erhebliches Wirtschaftswachstum
Die neue Zugsstrecke soll aber vor allem helfen, die Wirtschaft anzukurbeln. Derzeit befahren täglich rund 1.500 Lastkraftwagen die Straße zwischen der Hauptstadt und der Hafenstadt - Zugang zu Asien, Europa und dem Rest Afrikas. Das Land am Horn von Afrika verzeichnete im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 10,2 Prozent. Wegen der schlimmen Dürre wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr aber laut Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) nur 4,5 Prozent zulegen.

APA/AFP//Jenny Vaughan
Der Bau des Staudamms - hier der Status von 2012 - sorgt seit Jahren für Kritik
Finanziert hat die rund drei Milliarden Euro teure Eisenbahnstrecke zu 70 Prozent die chinesische Exim-Bank, gebaut haben sie die beiden Unternehmen China Railway Group und China Civil Engineering Construction. Chinesische Techniker werden die Strecke betreuen, chinesische Kontrolleure die Tickets der Fahrgäste prüfen. „Wir haben noch nicht die Managementerfahrung“, sagte ein Projektmitarbeiter. Der Vertrag mit den Chinesen laufe fünf Jahre, dann sollen Äthiopier übernehmen.
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