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Kurze Karriere in echter Welt

Nach nur zwei Monaten im Amt ist die Superheldin Wonder Woman nicht länger UNO-Ehrenbotschafterin. Die Comicfigur hatte dort die gesellschaftliche Stärkung von Frauen und den Kampf für Gleichberechtigung vertreten, aber auch Proteste ausgelöst.

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Die Vereinten Nationen hätten nun ihre Zusammenarbeit mit der Kunstfigur beendet, teilte der US-Comicverlag DC Entertainment dem Sender NBC mit. Die Superheldin war erst im Oktober für das Amt ernannt worden. Ihre schnelle Absetzung folgt auf eine Petition, in der sich bis Wochenanfang fast 45.000 Menschen gegen die Wahl ausgesprochen hatten.

Kritik an Sexualisierung

Die Figur sei nicht mit den feministischen Zielen der Rolle vereinbar, argumentierten die Autoren der Petition: „Die gegenwärtige Erscheinung der Figur ist die einer großbusigen, weißen Frau mit unmöglichen Proportionen“, die einem „Pin-up-Girl“ ähnle. Die Kritikerinnen sprechen von Sexualisierung und davon, dass Frauen in der Darstellung zu Objekten gemacht würden.

Schauspielerin Gal Gadot bei der Präsentation

APA/AFP/Timothy A. Clary

Wonder-Woman-Darstellerin Gal Gadot bei der Präsentation von Wonder Woman als UNO-Botschafterin im Oktober. 2017 erscheint ein neuer Wonder-Woman-Film.

Die UNO erklärte nicht, warum das Projekt mit der Superheldin nach so kurzer Zeit bereits am Freitag wieder beendet wird. UNO-Sprecher Jeffrey Brez betonte aber, Kampagnen mit fiktionalen Figuren würden oft nicht länger als ein paar Monate dauern.

Kooperation mit UNO

Dennoch zeigte sich der Verlag zufrieden mit dem Einsatz der Superheldin. „Wonder Woman steht für Frieden, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Seit 75 Jahren hat sie viele motiviert und wird das auch noch lange nach dem Ende ihrer UNO-Ehrenbotschafterrolle tun“, sagte Sprecherin Courtney Simmons. Ein für 2017 geplanter Comic zur Stärkung von Frauen und Mädchen werde wie geplant erscheinen. Das Studio Warner Bros und DC unterstützen derzeit eine einjährige Kampagne der UNO und ihrer Kinderhilfsorganisation UNICEF für Geschlechtergerechtigkeit und mehr Frauenrechte.

Kampf für den Weltfrieden

Wonder Woman hat so wie Superman den Weltfrieden zum Ziel. Mit ihm und anderen gemeinsam bekämpft sie in der Gerechtigkeitsliga das Böse, egal in welcher Gestalt es erscheint. Erstmals tauchte Wonder Woman im Oktober 1941 auf. Am berühmtesten wurde ihre Darstellung durch die Schauspielerin Lynda Carter in der beliebten TV-Serie, die von 1975 bis 1979 lief.

Die UNO steht derzeit selbst wegen des Vorwurfs, in hochrangigen Positionen nicht genügend Frauen zu engagieren, in der Kritik. Es gab bisher keine einzige UNO-Generalsekretärin, allein im Vorjahr gingen neun von zehn der vakanten Führungsjobs an Männer.

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