Lenzing baut um 275 Mio. Euro neues Faserwerk in den USA
Der börsennotierte Faserhersteller Lenzing wird sein neues Tencel-Faserwerk am bestehenden Standort Mobile im Südosten der USA errichten und nicht in Österreich. „In der letzten Phase sind nur der Standort Lenzing und der Standort USA als die letzten Contender im Rennen gewesen“, sagte Lenzing-Chef Stefan Doboczky. Den Ausschlag hätten vor allem unternehmensstrategische Überlegungen gegeben.
Der Lenzing-Aufsichtsrat habe gestern beschlossen, ein neues Werk für die Produktion von Tencel-Fasern in Mobile im US-Bundesstaat Alabama zu bauen, berichtete Doboczky am Dienstag in einer Pressekonferenz in Wien. „Das Gesamtinvestitionsvolumen sind 275 Mio. Euro oder 293 Mio. US-Dollar.“ Die Produktionskapazität soll 90.000 Tonnen pro Jahr betragen. „Die gesamte Konkurrenz zusammen hat keine 90.000 Tonnen, und wir bauen das jetzt in einem Werk.“
Produktionskapazität von 222.000 Tonnen
Bisher habe man bei Tencel eine Produktionskapazität von 222.000 Tonnen, sie soll durch das neue Werk in Mobile und den Ausbau anderer Werke bis 2019 um über 50 Prozent steigen. Die Nachfrage nach Tencel - der generische Name der Spezialfaser ist Lyocell, Tencel ist die Marke von Lenzing - sei groß, berichtete Doboczky.
Schnell mit zusätzlichen Produktionskapazitäten auf den Markt zu kommen, sei daher oberste Priorität gewesen. Das neue Werk soll bereits im ersten Quartal 2019 in Betrieb gehen. „Wir haben einen bestehenden Standort in Mobile mit heute 50.000 Tonnen. Wir haben dort, Nummer eins, genug Land, und Nummer zwei, auch bestehende Zulassungen, bestehende Permits.“