Probleme mit Elektronik als Ursache?
In Kolumbien ist ein bolivianisches Flugzeug mit 81 Menschen abgestürzt, 76 sind ums Leben gekommen. An Bord waren Mitglieder des brasilianischen Fußball-Erstligateams Chapecoense. Nach Angaben der Flughafenbehörden von Montagabend geschah das Unglück nahe der kolumbianischen Stadt Medellin.
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Die Maschine sei um etwa 22.00 Uhr (Ortszeit) nahe dem Berg El Gordo in der Nähe der Ortschaft La Union vom Radar verschwunden, teilte der Leiter der Luftfahrtbehörde von Antioquia, Alfredo Bocanegra, mit. Der Flughafen Jose Maria Cordova de Rionegro teilte im Kurznachrichtendienst Twitter mit, an Bord der Maschine mit der Flugnummer CP2933 sei das Team von Chapecoense Real gewesen.
Fünf Überlebende
Laut offiziellen Angaben hätten zunächst sechs Personen den Absturz überlebt, ein Verletzter verstarb inzwischen. „Es ist eine Tragödie riesigen Ausmaßes“, sagte der Bürgermeister der Stadt Medellin, Federico Gutierrez, dem Sender Blu Radio, als er sich auf dem Weg zur Unfallstelle befand.
Rettungseinsatz läuft
Lokale Medien berichteten über Schwerverletzte, die in ein Krankenhaus nahe Medellin eingeliefert worden seien. Laut Angaben der spanischen Zeitung „El Espanol“ handelt es sich unter anderen um Chapecoense-Spieler Alan Ruschel. Auf Bildern war zu sehen, wie Ruschel auf einer Trage ins Krankenhaus San Juan de Dios in La Ceja gebracht wurde.
Danach sei auch ein weibliches Bordmitglied zur Behandlung überstellt worden sowie Marcos Danilo Padilha, ein Tormann des Fußballclubs. Das Nachrichtenportal Mi Oriente berichtete von einem zweiten Tormann, Jakson Follmann, der verletzt eingeliefert worden sei. Es werde „jede mögliche Hilfe mobilisiert“, so ein Sprecher des Flughafens nahe Medellin. Die Bergung gestalte sich wegen anhaltenden Niederschlags sehr schwierig.

APA/ORF.at
Technische Probleme?
Bei der verunglückten Maschine handle es sich um eine Avro RJ der bolivianischen Fluggesellschaft Lamia. An Bord befanden sich nach Angaben des Flughafens von Medellin 72 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder. Die Absturzursache ist unklar, offenbar gab es zur Zeit des Absturzes starken Regen und Gewitter. Auch gab die Flughafenbehörde von Medellin bekannt, dass die Piloten vor dem Unglück Probleme mit der Elektronik der Maschine gemeldet hätten. Einige Medien in dem Land spekulierten wiederum, dass dem Jet der Sprit ausgegangen sein könnte.

APA/AFP/Nelson Almeida
Chapecoense Real vor einem Spiel des Südamerika-Cups
„Aktivitäten der CONMEBOL ausgesetzt“
Chapecoense ist ein Verein aus Chapeco im südbrasilianischem Bundesstaat Santa Catarina, der erst 2014 in die Erste Liga Brasiliens aufgestiegen ist. Das Fußballteam war über Santa Cruz de la Sierra in Bolivien nach Kolumbien geflogen. Das Team hätte am Mittwoch in Medellin das erste Spiel der Finalrunde des Südamerika-Cups gegen Atletico Medellin austragen sollen.
Der Südamerikanische Fußballverband (CONMEBOL) sagte das Finalspiel ab. „Alle Aktivitäten der CONMEBOL werden bis auf Weiteres ausgesetzt“, hieß es in der Mitteilung des südamerikanischen Verbandes. Der Wettbewerb ist nach der Copa Libertadores der zweitwichtigste Fußballclubbewerb in Südamerika.
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