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US-Interessen unter der Oberfläche

Die USA rüsten in den Weltmeeren auf. Möglich werden soll das mit einer neuen Generation von Unterwasserdrohnen. Geplant ist, dass sie ohne Wartung durch Personal künftig im Sinne der US-Interessen die Ozeane sichern.

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Neben Kampfeinsätzen und gezielten Tötungen sollen die U-Drohnen auch auf dem Meeresboden patrouillieren und etwa Vermessungen durchführen. Die Vermessungen gelten als wichtig, um territoriale Ansprüche beispielsweise am rohstoffreichen Nordpol zu stellen. Die Drohnen sollen auch Minen und feindliche U-Boote ausfindig machen. Die bisherigen Drohnen können bereits wochenlang im Wasser eingesetzt werden.

Echo Voyager von Boeing

Boeing

Die Echo-Voyager-Drohne von Boeing

Unterwassernetzwerk mit „Tankstellen“

Damit sie allerdings wie geplant monate- oder gar jahrelang unter Wasser durchhalten, ist ein Netzwerk an Servicestationen geplant. Die US-Navy spricht von einem „Unterwasserhighway“ mit „Tankstellen“, an denen die Drohnen aufgeladen werden können, wie die „Washington Post“ schreibt.

Laut dem Chef des Forschungsinstituts der US-Navy, Admiral Mathias Winter, sollen die Drohnen im Endausbaustadium gar Jahrzehnte in den Meeren verbringen können, so jedenfalls Winter in einem Vortrag. Derzeit befinde man sich - vor allem was die Akkus betrifft - im Vergleich zu den Luftdrohnen auf dem Stand der 1990er Jahre, so Experten zur „Washington Post“.

Feindliche Atmosphäre

Diese speziellen Kampfdrohnen gelten als technische Herausforderung. Das Meer ist eine viel gefährlichere Umgebung als die Lüfte. Vor allem Salzwasser könnte in der geplanten langen Einsatzzeit den Drohnen zusetzen und das Metall korrodieren.

Unterwasser Drohne von Bluefin Robotics

AP/Scott Eisen

Eine kleinere und leichtere Unterwasserdrohne von Bluefin Robotics

Auch der Druck unter Wasser ist stärker. Sollen die Geräte große Tiefen erreiche, müssen sie deshalb auch robuster gebaut werden. Auch die Kommunikation ist unter Wasser erschwert. Das ist besonders für die Navigation von Bedeutung. Die Unterwasserdrohnen müssten daher auch autonom, ohne den Drohnenpiloten in der oft weit entfernten US-Einsatzbasis, funktionieren, so die Zeitung.

Der neue Kampf um den Meeresgrund

Die US-Navy und auch Rüstungsexperten schreiben dem Ausbau der maritimen militärischen Präsenz eine neue Dringlichkeit zu. Bisher oft übersehen, könnte der Meeresgrund Schauplatz neuer militärischer Konflikte werden, schreibt die „Washington Post“.

Während Russland und China verstärkt auf den Bau von U-Booten setzen, versucht das US-Verteidigungsministerium mit neuen Technologien und Miniaturisierung zu punkten. Auch wird damit weniger Personal gebunden und gefährdet. 2015 schuf die Navy die neue Stelle eines für die unbemannten Unterwasserboote Zuständigen. Insgesamt sollen in den kommenden Jahren drei Milliarden Dollar in die neuen Unterwasserwaffensysteme fließen.

Am Personal kann gespart werden

In der Entwicklung arbeitet die Navy auch mit bereits vom Flugzeug- und Drohnenbau bekannten zivilen Unternehmen wie Boeing zusammen. So stellte Boeing auch dieses Jahr seine neue Unterwasserdrohne Echo Voyager vor. Das unbemannte U-Boot hat immerhin noch eine Länge von 15 Metern. Dafür kommt es ohne Schiffsunterstützung und damit Personal aus. Das mache die laufenden Kosten erheblich niedriger, hieß es laut „Washington Post“ von Boeing. Viel kleiner sind die neuen U-Drohnen von Bluefin Robotics, sie kommen mit einer länge von knapp fünf Metern aus.

Traum vom Drohnenträger unter Wasser

In Versuchen vor der Küste Schottlands wurden erstmals Unterwasser- und Luftdrohnen gemeinsam eingesetzt. Die Luftdrohnen waren für die Daten- bzw. Informationsweitergabe zuständig. Das große Ziel der Navy und des Pentagons seien allerdings Unterwasserdrohnen, die von unbemannten U-Booten ähnlich wie Kampfjets von Flugzeugträgern starten, so Bryan Clark, Experte über Unterwasserkampf, in der „Washington Post“.

China habe bereits Unterwassersensoren entwickelt, die U-Boote erfassen können - allerdings nicht US-U-Drohnen, da diese dafür zu klein sind. Hier sieht Clark einen strategischen Vorsprung der USA. Unklar bei den Projekten der Navy ist allerdings, wie der designierte US-Präsident Donald Trump dazu steht. Die Projekte können ausgebaut, genauso gut aber auch gekürzt oder gestrichen werden.

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