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„Adieu Andermatt“

Mit seinem großangelegten Tourismusprojekt im Schweizer Andermatt hat Samih Sawiri bereits in den vergangenen Jahren immer wieder für Debatten gesorgt - nun erregt der ägyptische Milliardär mit einem neuen Vorstoß die Gemüter.

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Konkret will Sawiri in naher Zukunft bei den von seiner Andermatt Swiss Alps AG betriebenen Skiliften „VIP-Linien“ etablieren und damit Skifahrern für einen Aufpreis das Anstehen ersparen. Wie viel dafür zu bezahlen ist, ließ Sawiri im Interview mit dem Schweizer Boulevardblatt „Blick“ zwar noch offen, deutete aber selbst bereits an, dass er mit seiner jüngsten Idee wohl schwieriges Terrain betritt: „Meine Leute sind noch skeptisch. Aber ich bin dafür.“ Gleichzeitig verwies Sawiri darauf, dass er schon viel gemacht habe, „wo die Leute zuerst dagegen und danach dafür waren“.

„Frage des Prinzips“

In der Schweiz hat Sawiri dennoch zunächst eine Debatte über eine drohende Zweiklassengesellschaft auf den Skipisten losgetreten. „Wir möchten möglichst allen den gleichen, guten Service mit kurzen Wartezeiten bieten“, wird etwa ein Sprecher der Titlisbahnen im Zentralschweizer Engelberg vom Nachrichtenportal 20 Minuten zitiert, dem zufolge es sich hier um eine „Frage des Prinzips“ handle.

Auch beim Skigebiet Arosa-Lenzerheide kann man Sawiris Vorhaben wenig abgewinnen. Mit VIP-Tickets könnten zwar durchaus Mehreinnahmen generiert werden, wie Marketingchef Stefan Reichmuth gegenüber Radio Südostschweiz sagte - das Risiko sei dennoch „viel zu groß“. Völlig offen sei Reichmuth zufolge demnach, wie viele andere Gäste sich benachteiligt fühlen und verärgert abspringen würden.

Mit „Adieu Andermatt“, „ich werde dann einfach diese 2 Klassen Skigebiete meiden“ oder „dieses Verhalten ist Diskriminierung vom Mittelstand“ wird indes auch im 20-Minuten-Forum deutlicher Unmut über das geplante Zweiklassensystem laut. Andere betrachten den Vorstoß unter anderem mit Verweis auf ähnliche Systeme, etwa bei der Bahn und Fluggesellschaften, aber auch weit gelassener. Ein User will zudem im zuvor erwähnten Engelberg ein Zweiklassensystem beobachtet haben: „Die Gäste mit VIP-Ticket können durch einen Hintereingang ohne anzustehen in die Gondelbahn.“

Vorbild Laax

Fest steht: Die Idee von Sawiris „VIP-Tickets“ ist alles andere als neu. Bereits seit mehreren Jahren wird etwa im Graubündner Skigebiet Laax mit der Blueline „Vorfahrt auf allen Anlagen“ angeboten. Neben Saisonkarten gibt es dieses Service auch bei Tageskarten. Im Vergleich zu den umgerechnet 72 Euro teuren „Standardtickets“ schlägt sich der „VIP“-Aufschlag dort laut 20 Minuten mit rund 20 Euro zu Buche.

Jeder habe die Möglichkeit, ein Ticket mit den Extraleistungen zu kaufen, sagt dazu Reto Gurtner von der Laaxer Bergbahn Weisse Arena, der gegenüber 20 Minuten die nun aufgeflammte Aufregung nicht nachvollziehen kann. Hinter dem Konzept stehe zudem nicht die Schaffung einer Zweiklassengesellschaft - vielmehr wolle man jenen, die bereits seien, für mehr Komfort auch mehr zu zahlen, diesen auch anbieten, wie vom Skigebiet gegenüber „Blick“ bereits vor zwei Jahren mitgeteilt wurde. Die sich einer „überraschend“ guten Nachfrage erfreuenden „VIP-Karten“ würden zudem nur an jenen Tagen angeboten, „wo wir mit einer großen Auslastung rechnen“.

„Valet Parking“ in Grindelwald

Angesichts rückläufiger Gästezahlen, was teils auch auf die Parksituation zurückgeführt wird, setzte 2013 laut „Berner Zeitung“ auch das zu den Jungfraubahnen gehörende Skigebiet First im Schweizer Grindelwald auf ein „VIP-Angebot“. Dort zielte dieses allerdings noch auf die Anreise zur Talstation und nicht auf Warteschlangen an den Skiliften.

Das „Valet Parking“-Service umfasst den Angaben zufolge aber nicht nur einen freien Parkplatz samt Transfer. Das Angebot beinhaltet der Zeitung zufolge auch das von einem Angestellten übernommene Parken des Autos, einen beheizten Umkleideraum und „Gipfeli und ein warmes Getränk“ im Bergrestaurant. Für die Heimreise werden - falls erforderlich - die Autos der „Valet Parking“-Gäste dann auch vom Schnee befreit.

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