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Bleibt bei Rückzug Mitte 2019

Auch bei einer Verzögerungen des geplanten Starts der „Brexit“-Gespräche will Notenbankchef Mark Carney seinen Posten definitiv Mitte 2019 räumen. Er werde als Gouverneur der Bank of England (BoE) Ende Juni 2019 abtreten, sagte der Kanadier am Dienstag vor Parlamentariern in London.

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Er habe aus „Verantwortungsgefühl“ ein Jahr an seine Amtszeit drangehängt, doch wolle er aus familiären Gründen nicht noch länger bleiben. Premierministerin Theresa May möchte den auf zwei Jahre veranschlagten EU-Austrittsprozess bis Ende März 2017 starten.

Will „Kontinuität“ gewährleisten

Carney betonte vor den Parlamentariern, mit dem geplanten Ende seiner Amtszeit Mitte 2019 sei keine Einschätzung des voraussichtlichen Zeitplans für die „Brexit“-Gespräche verbunden: „Meine Absicht ist es aber, so viel Kontinuität in diesem Prozess zu gewährleisten wie möglich.“

Carney steht seit Juli 2013 an der Spitze der britischen Notenbank. Befürworter des EU-Austritts hatten ihm vorgeworfen, er habe vor dem „Brexit“-Votum vom 23. Juni mit überzogenen Warnungen vor den wirtschaftlichen Folgen eines EU-Ausstiegs Stimmung gegen einen solchen Schritt gemacht.

May fordert Abkehr von Niedrigzinspolitik

Auch May hat zwischenzeitlich kritische Töne angeschlagen. Sie forderte nach dem „Brexit“-Votum auf einer Parteitagsrede eine Abkehr von der Niedrigzinspolitik, die Sparer benachteilige. Carney sagte auf die Frage, ob ihn diese Rede bei seinen Plänen zur Beendigung der Amtszeit beeinflusst habe: „Nein, nein.“

Die BoE hatten Anfang August den Leitzins auf das historische Tief von 0,25 Prozent gesenkt und die Geldschleusen weiter geöffnet. Da die Wirtschaft auf der Insel den ersten „Brexit“-Schock jedoch gut weggesteckt hat, verzichtete sie auf weitere Schritte zum Ankurbeln der Konjunktur.

Lebenshaltungskosten gesunken

Wie die jüngsten Zahlen zeigen, sind zuletzt auch die Lebenshaltungskosten weniger stark angestiegen als erwartet. Sie verteuerten sich nach Angaben des Statistikamts vom Dienstag im Oktober um 0,9 Prozent und damit nicht mehr so stark wie im September. Damals lag die Inflationsrate bei 1,0 Prozent. Experten hatten für Oktober mit einem Anstieg um 1,1 Prozent gerechnet.

Für Kleidung und Lebensmittel mussten die Briten weniger aufwenden, während die Spritpreise kräftig anzogen. Zugleich legten die Erzeugerpreise, also die Kosten ab Werkstor, um 2,1 Prozent zu und damit so stark wie seit April 2012 nicht mehr.

Banken suchen Gespräch mit EZB

Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) klopfen wegen des „Brexits“ indes bereits Banken an. „Wir haben bereits von zahlreichen Banken Anfragen für Gespräche und Treffen erhalten“, sagte EZB-Bankenaufseherin Sabine Lautenschläger am Dienstag bei einer Branchenkonferenz in Frankfurt.

„Sie wollen wissen, was für uns die kritischen Punkte sind und wo sich unsere Methoden von denen der britischen Aufsicht unterscheiden.“ Finanzkreisen zufolge erwägt unter anderem die US-Bank Goldman Sachs, Geschäfte nach Frankfurt zu verlegen und sich von der EZB beaufsichtigen zu lassen.

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