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„Großbritannien zuerst“ bei Tat gerufen

In London ist am Montag der Prozess gegen den 53-jährigen Gelegenheitsgärtner Thomas Mair eröffnet worden, der laut Zeugenaussagen im Juni die „Brexit“-Gegnerin und Labour-Abgeordnete Jo Cox ermordet hat.

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Der Mord geschah am 16. Juni im nordenglischen Birstall in Cox’ Wahlkreis - genau eine Woche vor dem historischen EU-Referendum. Cox wurde laut dem Staatsanwalt Richard Whittam bei einer „feigen Attacke“ von drei Kugeln getroffen. Sie habe zudem mehrere Stichwunden erlitten. Ein 77-Jähriger Mann, der Cox zu Hilfe kommen wollte, sei schwer verletzt worden.

Staatsanwaltschaft sieht politisches Motiv

Vor der Bluttat hat Mair laut Zeugen wiederholt „Großbritannien zuerst!“ gerufen. Mair hat damit laut dem Staatsanwalt eine „politisch und/oder ideologisch“ begründete Tat verübt. Der Angeklagte erschien vor Gericht und bestätigte seinen Namen. Beim ersten Gerichtstermin hatte Mair im Juni gesagt, er nenne sich „Tod den Verrätern, Freiheit für Großbritannien“.

Cox war während einer Bürgersprechstunde in ihrem Wahlkreis in der Nähe von Leeds attackiert worden. Die Ermordung der 41-jährigen Mutter zweier Kinder hatte eine Woche vor dem Referendum über den EU-Verbleib Großbritanniens einen Schock ausgelöst. Die Wahlkampagne wurde für drei Tage ausgesetzt.

Drei Prozesswochen anberaumt

Cox hatte sich vor allem auch für die Rechte von Flüchtlingen eingesetzt - Einwanderung war eines der Hauptthemen im „Brexit“-Wahlkampf. Bei dem historischen Referendum Ende Juni votierten die Briten mit fast 52 Prozent dafür, aus der Europäischen Union auszutreten.

Die Polizei ging eigenen Angaben zufolge Hinweisen nach, dass der Angeklagte früher Kontakte zu einer Nazi-Gruppe in den USA sowie zu einer Rassistenorganisation in Südafrika hatte. Andere Hinweise deuteten dagegen darauf hin, dass es sich bei ihm um einen Einzelgänger und eine verwirrte Person handeln dürfte. Der Prozess um die Ermordung Cox’ ist auf drei Wochen angesetzt. Mair bestreitet die Tat.

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