Moskau gegen Feuerpause in Aleppo
Russland sieht auf absehbare Zeit keine Chance für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche für Syrien und macht den Westen dafür verantwortlich. Diesem gelinge es nicht, gewalttätige Islamisten in Syrien von Angriffen abzuhalten, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu am Dienstag.
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Insbesondere in der umkämpften Großstadt Aleppo komme es zu Angriffen auf Zivilisten, obwohl die Regierung in Damaskus und Russland eine Pause bei ihren Luftangriffen eingelegt hätten. „Daher sind der Beginn eines Verhandlungsprozesses und die Rückkehr zu einem friedlichen Leben in Syrien für unbestimmte Zeit verschoben.“
Kreml: Rebellen greifen Zivilisten an
Russland und Syrien haben nach eigenen Angaben seit dem 18. Oktober ihre Luftangriffe auf Aleppo eingestellt. Die Dauer hänge allerdings davon ab, wie sich die Rebellengruppen und ihre Unterstützer im Westen verhielten, hatte Russlands Präsident Wladimir Putin angekündigt.
An der Wiederaufnahme der Luftangriffe hält Russland fest. Präsidialamtssprecher Dimitri Peskow sagte am Dienstag in Moskau, solange die Aufständischen am Boden ihre Attacken gegen Zivilisten fortsetzten, sei eine Verlängerung der humanitären Feuerpause nicht möglich.
Russland wirft den USA vor, islamistische Gruppen zu unterstützen, die gegen die Präsident Baschar al-Assad kämpfen. Unter anderem am Streit darüber, welche Gruppen legitime Angriffsziele sind, scheiterte zuletzt der Versuch der beiden Großmächte, sich auf eine gemeinsame Strategie für Syrien zu verständigen.
Angriff mit Giftgas und Raketen
Islamistische Extremistengruppen töteten nach Angaben der syrischen Armee in den vergangenen drei Tagen 84 Menschen in Aleppo. Die Menschen, vor allem Frauen und Kinder, seien durch Beschuss unter anderem mit Raketen und chemischen Waffen umgekommen, erklärte das Militär am Montag.
Die Rebellen hätten auf Schulen und Zivilisten gezielt und 20 Kanister mit Giftgas und 50 Raketen abgefeuert. Menschenrechtsgruppen und westliche Staaten hatten zuvor der syrischen Armee vorgeworfen, gezielt Krankenhäuser, Bäckereien und andere zivile Einrichtungen in den Rebellengebieten der Stadt unter Beschuss zu nehmen. Ein UNO-Bericht wirft der syrischen Armee zudem den Einsatz von Giftgas in mindestens zwei Fällen vor. Die syrische Regierung weist das zurück.
UNO zog Mitarbeiter aus Westaleppo ab
Am Dienstag kündigte die UNO zudem an, einen Großteil der Mitarbeiter aus ihrem Büro in Westaleppo abzuziehen. Weil sich die Sicherheitslage auch im Westteil der Stadt weiter verschlechtere, habe man entschieden, das Büro auf eine Kernmannschaft zu reduzieren, sagte David Swanson von der UNO-Nothilfeorganisation OCHA. Wichtige Programme würden aber weiter laufen.
Am Sonntag war das Gebäude, in dem sich die UNO-Büros befinden, von einer Panzergranate getroffen worden. Verletzt wurde bei dem Angriff nach offiziellen Angaben niemand. Die Reduzierung der Mitarbeiter sei nur vorübergehend und würde noch einmal überdacht, wenn sich die Sicherheitslage verbessere, sagte Swanson.
Bis zu 275.000 Zivilisten in der Falle
Eine Sprecherin der UNO-Sektion für Menschenrechte sagte, die UNO schätzten, dass im Ostteil Aleppos bis zu 275.000 Zivilisten sowie 8.000 Rebellen in der Falle säßen: „Alle Parteien in Aleppo führen Kampfhandlungen aus, die zu einer großen Zahl ziviler Opfer und einer Atmosphäre des Terrors in der Stadt führen.“
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