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Einige Gebiete noch ohne Hilfe

In Haiti sind durch den Hurrikan „Matthew“ mindestens 478 Menschen ums Leben gekommen und damit weit mehr als bisher bekannt. Das teilten die örtlichen Behörden am Freitag mit. Die Zahl könnte noch steigen, da einige Gebiete weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten sind.

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Vier Tote gab es in der benachbarten Dominikanischen Republik. Der Wirbelsturm hatte in der Karibik schwere Verwüstungen angerichtet. Besonders hart wurde der Südwesten Haitis getroffen. Der Abgeordnete Pierre-Louis Ostin berichtete, dass allein in der südlichen Gemeinde Roche-a-Bateau mindestens 50 Menschen getötet worden seien.

CARE warnt: Nahrung bald aus

Die Hilfsorganisation CARE erklärte, in der südhaitianischen 30.000-Einwohner-Stadt Jeremie habe der Sturm rund 80 Prozent der Gebäude zerstört. Schon bald könnte den Menschen die Nahrung ausgehen, warnte CARE. Die UNO-Blauhelmmission MINUSTAH veröffentlichte Fotos aus Jeremie, die Straßen voller Schlamm und Schutt sowie eingestürzte Mauern zeigen.

Zerstörte Kirche

AP/Dieu Nalio Chery

Die Zerstörung ist gewaltig

Nach Angaben des UNO-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) ist die Hälfte der elf Millionen Haitianer von dem Wirbelsturm betroffen, einige Regionen waren zwei Tage nach dem Durchzug des Hurrikans weiter von der Außenwelt abgeschnitten.

USA: Drei Millionen sollen flüchten

Freitagmittag befand sich das Zentrum den Angaben zufolge 65 Kilometer östlich der Küstenstadt Vero Beach in Florida. Auf seinem Weg nach Norden schwächte er sich leicht ab, momentan sei er als Hurrikan der Kategorie drei mit maximalen Windgeschwindigkeiten von 195 Stundenkilometern unterwegs, so das US-Hurrikanzentrum. Die Experten rechneten damit, dass das Auge des Sturms in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) entweder dicht an der Küste vorbeiziehen oder auf Land treffen werde. Am Samstag sollte der Sturm die Küsten Georgias und South Carolinas passieren.

Starker Wind biegt Palme

APA/AFP/Catherone Chisnell

Der Hurrikan trifft auf die Küste

Das Hurrikanzentrum in Miami warnte: Auch wenn das Auge des Sturms auf seinem Zug nordwärts ganz über Wasser bleiben sollte, sei wegen der Küstennähe mit möglicherweise katastrophalen Folgen zu rechnen. Das Hurrikanzentrum sprach von einem „extrem gefährlichen Sturm“. In Cape Canaveral räumten die US-Raumfahrtbehörde NASA und die US-Luftwaffe das Raketenstartgelände weitgehend. Nur 116 Angestellte sollten den Sturm aussitzen, sagte NASA-Sprecher George Diller. Rund 4.500 Nationalgardisten standen bereit, um in den besonders hart getroffenen Gebieten Hilfe zu leisten.

Größte Zwangsevakuierung seit „Sandy“

Allein in Florida waren 1,5 Millionen Menschen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen, und weitere Hunderttausende in Georgia und South Carolina - die größte Zwangsevakuierung seit dem schweren Sturm „Sandy“ im US-Osten im Jahr 2012. Insgesamt wurde für ein Gebiet mit elf Millionen Menschen eine Hurrikanwarnung ausgegeben. Georgias Gouverneur Nathan Deal ordnete für sechs Bezirke an der Küste Evakuierungen an.

Ein Baum ist auf ein Grab gestürzt

AP/Dieu Nalio Chery

Umgeknickte Bäume und zerstörte Gebäude auf Haiti

Experten nannten „Matthew“ den möglicherweise gefährlichsten Sturm seit „Andrew“, der vor 24 Jahren Florida getroffen hatte. Er richtete damals schwere Verwüstungen an und riss 65 Menschen in den Tod. Der US-Wetterdienst erklärte, „Matthew“ könnte der stärkste Sturm seit 118 Jahren sein, der auf den Nordosten Floridas trifft.

„Bringt euch in Sicherheit, das ist eure letzte Chance! Bleibt weg von den Stränden! Der Sturm wird euch töten“, appellierte Gouverneur Rick Scott an die Küstenbewohner. Erwartet werden laut Scott schwerste Sturmfluten, Überschwemmungen, Zerstörungen, heftiger Regen und Stromausfälle für Hunderttausende Haushalte. Am Freitag waren in Florida bereits 600.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten, sagte Scott.

„Nicole“ folgt „Matthew“

In der Karibik braute sich unterdessen ein weiterer Hurrikan zusammen. Der Tropensturm „Nicole“, der sich östlich von „Matthew“ in der Nähe der Bermudas befand, habe inzwischen die Stärke eines Hurrikans erreicht, teilte das US-Warnzentrum mit. „Nicole“ habe Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 Stundenkilometern und könne innerhalb der kommenden 24 Stunden noch etwas an Stärke zunehmen. „Nicole“ ist den Angaben des Hurrikanzentrums zufolge aber deutlich schwächer als „Matthew“.

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