Weiter bei null Prozent
Die Europäische Zentralbank (EZB) hält den Leitzins in der Euro-Zone auf dem Rekordtief von null Prozent. Das beschloss der EZB-Rat bei seiner Sitzung Anfang September in Frankfurt, wie die Notenbank mitteilte.
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Die EZB hatte den zentralen Zinssatz, zu dem sie Banken Geld leiht, im März auf den historisch niedrigen Wert von 0,0 gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation in der Euro-Zone anzukurbeln. Die EZB beließ die beiden anderen wichtigen Zinssätze ebenfalls auf dem bisherigen Stand. Lagern Banken ihr Geld kurzfristig bei der EZB, statt es an Unternehmen zu verleihen, zahlen sie weiterhin einen Strafzins von 0,4 Prozent. Bei kurzfristigen Kapitalspritzen und Übernachtkrediten werden weiterhin 0,25 Prozent Zinsen fällig.
Kurs vorerst nicht verschärft
Das Anleihekaufprogramm wurde entgegen der Erwartung vieler Volkswirte zunächst nicht über März 2017 hinaus verlängert. Die seit März 2015 laufenden Käufe von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren will die EZB zunächst unverändert fortsetzen. 80 Mrd. Euro fließen derzeit monatlich, insgesamt sollen es 1,74 Billionen Euro werden. Gut eine Billion ist bereits investiert. Seit Juni stehen auch Unternehmensanleihen auf dem Einkaufszettel.
Das billige Geld soll die Konjunktur ankurbeln und die anhaltend niedrige Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von knapp unter 2,0 Prozent befördern. Denn langfristig niedrige oder gar sinkende Preise gelten als Risiko für die Konjunktur: Unternehmen und Verbraucher könnten Investitionen aufschieben, weil sie erwarten, dass es noch billiger wird.
„Brexit“-Votum drückt auf Konjunktur
Nach dem „Brexit“-Votum senkte die EZB ihre Wirtschaftsprognosen für den Währungsraum leicht. Die hauseigenen Ökonomen rechnen nun für 2017 und 2018 mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von jeweils 1,6 Prozent, wie die Notenbank mitteilte. Im Juni war sie noch von je 1,7 Prozent ausgegangen. Für 2016 wurde die Schätzung dagegen von 1,6 auf 1,7 Prozent angehoben.
„Das Bruttoinlandsprodukt dürfte moderat, aber stetig wachsen“, sagte EZB-Präsident Mario Draghi. „Die wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone dürfte gedämpft werden von der schwachen ausländischen Nachfrage, die teilweise mit den Unsicherheiten durch das Ergebnis des Referendums in Großbritannien zusammenhängt.“ Daher bleibe der Konjunkturausblick mit Risiken behaftet.
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