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Signale auf Abwarten bei Bank of England

Trotz der Nachwehen der „Brexit“-Abstimmung sind die Preise in Großbritannien im August nicht so stark gestiegen wie erwartet. Die Kosten für die Lebenshaltung zogen nach Angaben des Statistikamtes ONS von Dienstag um 0,6 Prozent und damit genauso stark wie im Juli. Experten hatten für August mit einem Plus von 0,7 Prozent gerechnet.

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Laut ONS stiegen die Rohstoffkosten den zweiten Monat in Folge, ohne dass sich das bisher in den Verbraucherpreisen spürbar bemerkbar machte. Das Pfund wertete nach dem Anti-EU-Votum der Briten vom 23. Juni deutlich ab, wodurch sich beispielsweise Energieimporte tendenziell verteuern.

Weitere Zinssenkung wohl noch heuer

Die Daten kamen zwei Tage vor der nächsten regulären Zinssitzung der britischen Notenbank. Drei Monate nach dem „Brexit“-Votum wird die Bank of England ihren weiteren geldpolitischen Kurs abstecken. Experten erwarten, dass die Londoner Währungshüter nach der Zinssenkung von Anfang August nun am Donnerstag stillhalten werden.

Doch jüngste Signale aus dem Führungsstab der Bank of England (BoE) zeigen, dass die Zentralbank bei einer weiteren Eintrübung der Konjunktur den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld auf oder nahe an die Nulllinie setzen wird. Fachleute rechnen noch dieses Jahr damit - voraussichtlich im November dürfte es so weit sein.

„Wir wollen abwarten“

Die Experten erhoffen sich daher insbesondere von den am Donnerstag gleichzeitig mit dem Zinsbeschluss veröffentlichten Protokollen Aufschluss über die geldpolitische Marschroute. In einer Anhörung vor dem Parlament hatte BoE-Chef Mark Carney eine weitere Zinssenkung zuletzt nicht ausgeschlossen.

Dafür sei es diese Woche jedoch noch zu früh, sagte Commerzbank-Experte Peter Dixon. „Denn die Notenbank hat zuletzt schon eine beträchtliche Lockerung der Geldpolitik beschlossen und wird erst einmal abwarten wollen, wie sich diese auswirkt, bevor sie nachlegt.“

Stützungsmaßnahmen wirkten

Mit 0,25 Prozent liegt das Leitzinsniveau seit der jüngsten Senkung Anfang August so tief wie nie zuvor seit Gründung der BoE vor mehr als 320 Jahren. Zudem wurde das Staatsanleihekaufprogramm zum Ankurbeln der Wirtschaft um 60 Mrd. Pfund (rund 71 Mrd. Euro) auf 435 Mrd. Pfund aufgestockt sowie ein Anreizprogramm zur Förderung der Kreditvergabe aufgelegt.

Laut Deka-Bank-Chefvolkswirt Ulrich Kater hat die BoE mit ihren Maßnahmen dazu beigetragen, einen Konjunktureinbruch zu verhindern: „Die britische Wirtschaft dürfte im dritten Quartal nicht auf eine tiefe Rezession, sondern eher auf eine Stagnation zusteuern. Darauf deuten die Daten für Juli und August hin.“

Industrie sackt ab

Dennoch ist es laut Ex-Notenbankmitglied Charlie Bean für Entwarnung zu früh: „Einige Daten sind in jüngster Zeit etwas zu positiv bewertet worden. Das Bild ist eher gemischt.“ So ging etwa die Industrieproduktion im Juli mit 0,9 Prozent so stark zurück wie seit einem Jahr nicht mehr. Zudem fielen die Häuserpreise im August den zweiten Monat in Folge, wie der Baufinanzierer Halifax mitteilte.

Vom Bau und den Dienstleistern waren zuletzt allerdings eher positive Signale gekommen. Die Erholungssignale könnten sich nach Einschätzung der US-Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) als Trugbild erweisen: „Sie dürften nichts an den trüben Langfristperspektiven ändern“, prophezeite S&P-Ökonomin Sophie Tahiri.

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