Türkei will Milliarden in Kurdengebiete investieren
Die türkische Regierung hat ein Förderpaket in Milliardenhöhe für den vom eskalierenden Kurdenkonflikt schwer betroffenen Osten und Südosten des Landes angekündigt. Bei einem Besuch in der Kurdenmetropole Diyarbakir sagte Ministerpräsident Binali Yildirim gestern laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu, die Regierung werde zehn Milliarden Lira (drei Mrd. Euro) in die Region investieren.
Yildirim versprach 80 neue Fabriken sowie 40.000 Arbeitsplätze und kündigte Investitionen im Verkehrs-, Energie- und Infrastrukturbereich an. Außerdem sollten neue Krankenhäuser, Schulen, Flughäfen und Sportstadien entstehen.
Luftangriffe auf PKK-Stellungen
Die türkische Luftwaffe hat ihre Angriffe gegen Kämpfer der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) indes verstärkt und am Wochenende zehn mutmaßliche Stellungen der Rebellen bombardiert. Die Einsätze der Kriegsflugzeuge im Südosten des Landes folgten nach Angaben von Sicherheitskräften und Staatsmedien auf die Tötung von 22 Soldaten und eines Dorfwächters durch die PKK.
Auch in Nordsyrien dehnte die türkische Armee ihre Offensive aus. Die türkische Armee teilte mit, sie habe am Samstag hundert „PKK-Terroristen neutralisiert“. Über eigene Verluste machte sie keine Angaben. Der privaten türkischen Nachrichtenagentur Dogan zufolge zogen sich die meisten kurdischen Rebellen in den Nordirak zurück, wo sich in den Kandilbergen die Rückzugsgebiete der in der Türkei als Terrororganisation verbotenen PKK befinden. Auch die USA und die Europäische Union stufen die PKK als Terrororganisation ein.