Russland streitet Beteiligung an Giftgasangriff in Syrien ab

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Russland hat jede Beteiligung an einem möglichen Giftgasangriff in Syrien zurückgewiesen. Terrorgruppen in dem Bürgerkriegsland wollten Russland und der syrischen Regierung immer wieder Provokationen unterschieben, sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow heute der Agentur Interfax zufolge. Anschuldigungen gegen Moskau oder Damaskus hätten nichts mit der Realität zu tun.

Ähnlich äußerte sich der syrische Botschafter in Moskau, Riad Haddad. Giftgasvorwürfe gegen die Regierung in Damaskus seien „reine Fiktion“, sagte der Diplomat. Dem Zivilschutz in Syrien zufolge hatte ein Hubschrauber tags zuvor zwei Fässer mit Chlorgaskanistern und Eisenkugeln über der Stadt Sarakeb in der Provinz Idlib abgeworfen. Dabei seien 33 Menschen verletzt worden, hieß es.

Lage in Aleppo „sehr dramatisch“

Kreml-Sprecher Dimitri Peskow nannte unterdessen die humanitäre Lage in Aleppo „sehr dramatisch“. Das Außenministerium in Moskau wies zudem Spekulationen über einen möglichen Sturm auf Aleppo zurück.

Nach Angaben der oppositionsnahe Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien haben die Regierungstruppen die Rebellen im Kampf um Aleppo zurückgedrängt. Mehrere Hügel und Dörfer südwestlich der Stadt seien mit Unterstützung von russischen Luftangriffen zurück erobert werden. Mit den jüngsten Erfolgen machten die Regierungstruppen die Eroberungen der Rebellen und mit ihnen verbündeten dschihadistischen Kämpfer praktisch zunichte.

Kritik an Korridoren

Hilfsorganisationen kritisieren unterdessen die von syrischen und russischen Truppen eingerichteten Fluchtkorridore für Hunderttausende eingekesselte Zivilisten. Das sei keine humanitäre Hilfsmaßnahme, erklärten CARE, Save the Children, World Vision und AWO International gemeinsam mit 35 weiteren Organisationen. Aleppo dürfe nicht zu einem weiteren Ort des Massensterbens werden, der Belagerungszustand und die illegalen Angriffe auf Zivilisten müssten enden.

Auch aus Deutschland kam Kritik: Russland stehe in einer besonderen Verantwortung, so Vizeregierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. „Das Anbieten von ungesicherten Fluchtkorridoren durch Russland bei gleichzeitiger fortgesetzter Bombardierung der Stadt, die ja immer auch wieder Krankenhäuser trifft, ist inakzeptabel und zynisch.“

Die Bundesregierung verurteile die drohende Belagerung von Aleppo auf das Schärfste und fordere die Kriegsparteien, „insbesondere die syrische und die russische Regierung“, zu einem sofortigen Waffenstilland im Gebiet von Aleppo auf.