Verurteilter in Mordfall Kercher fordert neuen Prozess

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Im nie aufgeklärten Mordfall der britischen Austauschstudentin Meredith Kercher in Italien hat der einzige rechtskräftig Verurteilte, Rudy Guede, einen neuen Prozess gefordert. Der Antrag wurde von seinen Rechtsanwälten am Berufungsgericht in Florenz eingereicht, berichteten italienische Medien.

Laut Guedes Verteidigern gibt es einen Widerspruch zwischen der Verurteilung ihres Mandanten und den Freisprüchen für die in dem spektakulären Fall angeklagte US-Bürgerin Amanda Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito.

Die beiden waren im März 2015 endgültig freigesprochen worden. In Guedes Fall waren sich die Ermittler einig, dass er nicht alleine gehandelt haben konnte. Bereits nach dem Freispruch von Knox und Sollecito hatte auch er angekündigt, einen neuen Prozess anstreben zu wollen.

In Schnellverfahren verurteilt

Guede verbüßt in Viterbo nördlich von Rom eine Haftstrafe von 16 Jahren. Er war auf der Flucht in Deutschland gefasst und später in Italien in einem Schnellverfahren wegen Beihilfe zum Mord an der 21-jährigen Britin verurteilt worden.

Die Austauschstudentin Kercher wurde im November 2007 in Perugia getötet. Die Suche nach Täter und Motiv entwickelte sich zu einer jahrelangen Justizsaga, blieb aber am Ende erfolglos.