Kritik aus Frankreich selbst
Die tödliche Attacke auf eine Kirche in Nordfrankreich hat in und außerhalb des Landes für Bestürzung gesorgt. Während das Ausland sich demonstrativ hinter Frankreich stellte, mischte sich in die Stimmen aus Frankreich selbst auch Kritik.
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Als einer der Ersten verurteilte der französische Premierminister Manuel Valls den „barbarischen Angriff“. „Ganz Frankreich und alle Katholiken“ seien schockiert, schrieb er kurz nach der Tat auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Sehr schnell äußerte sich auch die katholische Kirche. Der Vatikan verurteilte die „barbarische Tötung“. Die Attacke sei noch verabscheuungswürdiger, weil sie an einem heiligen Ort verübt worden sei. Papst Franziskus und der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, riefen zum Gebet auf - mehr dazu in religion.ORF.at.
Kern „erschüttert über die bestialische Tat“
Die erste politische Reaktion aus dem Ausland kam vom belgischen Premier Charles Michel, der den Franzosen seine Solidarität zusagte. „Schon wieder ein Horror. Die Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen, und die Solidarität gibt es mit ganz Frankreich.“
Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) zeigte sich „erschüttert über die bestialische Tat“. Er übte gleichzeitig indirekte Kritik an der Ansicht, der derzeitige Terrorismus in Europa hänge mit der Flüchtlingskrise zusammen. Vielmehr gehe dieser über die „unmittelbare Zuwanderung in Syrien“ hinaus. Seiner Ansicht nach müsste eher „auf der Ebene der Integration eine Diskussion“ gestartet werden, sagte Kern nach einem Treffen mit dem ungarischen Premier Viktor Orban in Budapest.
Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) äußerte sich „entsetzt“ über die „barbarische Attacke“. Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) sprach von einem „Anschlag auf die Religionsfreiheit und die Bevölkerung, die den katholischen Glauben lebt“, wie er der APA in einem Statement mitteilte.
Mogherini bestürzt
Mit tiefer Bestürzung hat die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini auf den blutigen Angriff auf eine Kirche in Frankreich reagiert. „Einen Mann des Glaubens anzugreifen, jedweden Glaubens, ist immer ein Vergehen gegen unsere gemeinsame Menschlichkeit“, erklärte Mogherini am Dienstagabend in Brüssel. „Die richtige Antwort ist, weiter zusammenzuleben, den Hass zu stoppen.“
Beileidsbekundung aus USA
Auch der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich „tief betroffen“. „Noch einmal hat der Terrorismus zugeschlagen, diesmal im Norden Frankreichs, in einer Kirche“, sagte Steinmeier am Rande einer Reise nach Moldawien. „Der fanatische, mörderische Hass macht jetzt noch nicht einmal Halt vor Gotteshäusern und Gläubigen.“
Vonseiten der USA wurde der Anschlag ebenfalls auf das Schärfste verurteilt. Den Familien und Freunden des getöteten Priesters wolle man das Beileid aussprechen, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price, in Washington. „Unsere Gedanken und Gebete sind bei den anderen Opfern des Angriffs sowie bei den Gemeindemitgliedern und Einwohnern von Saint-Etienne-du-Rouvray.“
Französische Opposition drängt zu mehr Härte
Kritik mischte sich hingegen in die Stimmen aus Frankreich. Während die Nation nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ demonstrative Einheit zeigte, scheint der Zusammenhalt mit jeder neuen Attacke schwächer zu werden. Diesmal dauerte es nur wenige Stunden, bis die politische Opposition die Regierung zu mehr Härte gegen den Terror drängte.
„Das ist ein Krieg“, sagte Ex-Präsident Nicolas Sarkozy. „Und wir haben keine andere Wahl, als diesen zu führen und zu gewinnen.“ Sarkozy forderte die französische Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen umzusetzen, die seine Partei seit Monaten fordere. „Wir müssen unerbittlich sein“, sagte Sarkozy. Juristische Spitzfindigkeiten, Vorsicht und Vorwände seien nicht akzeptabel. Der Feind kenne kein Tabu, keine Grenzen, keine Moral.
Auch die Vorsitzende der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, äußerte sich: „Die Verantwortung derer, die uns seit 30 Jahren regieren, ist immens.“ Sie schwätzen zu sehen sei empörend, schrieb Le Pen auf Twitter.
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